Der Pharmakonzern geht in der Forschungspartnerschaft mit Orionis Biosciences den nächsten Schritt. Statt neuer Standard-Wirkstoffe sucht Novartis nach sogenannten „Molecular Glues“ – Molekülen, die krankmachende Proteine im Körper außer Gefecht setzen, die bisher nicht adressierbar waren. Ein Nischengebiet mit milliardenschwerem Potenzial.
Ausbau der Partnerschaft
Novartis und Orionis Biosciences arbeiten bereits seit 2020 zusammen. Jetzt stockt der Konzern auf. Das neue Dealvolumen: bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar. Allein die Vorauszahlung liegt bei 40 Millionen US-Dollar.
Der Schritt zielt auf die technologische Basis. Molecular Glues sind eine spezialisierte Wirkstoffklasse. Sie docken an krankheitsrelevante Proteine an – und markieren sie quasi zur Entsorgung. Das Verfahren könnte dort greifen, wo klassische Wirkstoffe versagen.
Klinischer Prüfstein
Parallel richtet sich der Marktfokus auf die „Drug Discovery USA 2026“. Diese Woche läuft die Konferenz bei Pfizer in Cambridge, USA. Novartis präsentiert dort Daten aus der Phase-3-Studie „Lp(a)HORIZON“ zu Pelacarsen. Fachkreise sehen die Ergebnisse als wichtigen Indikator für den Fortschritt im Bereich kardiovaskulärer Therapien.
Marktlage
Die Novartis-Aktie stand zuletzt bei 131,46 Euro. Seit Jahresbeginn liegt das Papier mit rund zwölf Prozent im Plus. Der RSI von 56,3 signalisiert eine neutrale Verfassung – weder überkauft noch überverkauft.
Auffällig: die Volatilität von fast 24 Prozent. Sie spiegelt die Neubewertung der forschungsgetriebenen Pipeline wider. Der Börsenwert bleibt eng an Fortschritte in der Forschung gekoppelt.
Bis zu den Quartalszahlen im Juli müssen nun vor allem die klinischen Daten aus Cambridge überzeugen. Sie zeigen, ob sich die F&E-Investitionen auszahlen – oder ob die Milliardenwette auf Molecular Glues noch Zeit braucht.
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