Hinter dem breiteren Quartalsverlust steckt bei NovaGold ein strategischer Umbau. Das Unternehmen will den Alaska-Goldkonzern Donlin Gold komplett übernehmen und legt dafür parallel die Quartalszahlen vor. Der Preis: höhere Kosten, die das Polster merklich abschmelzen lassen.
Zahlen: Kosten steigen spürbar
Im dritten Quartal (per 31. August) fiel ein Nettoverlust von 36,0 Millionen Dollar an, nach 15,6 Millionen im Vorjahr. Das entspricht 0,08 Dollar je Aktie. Erwartet waren rund 0,06 Dollar Verlust.
Zwei Faktoren treiben die Zahlen. Die Beteiligung an Donlin Gold schlug mit einem Verlustanteil von 24,0 Millionen Dollar zu Buche, weil seit Jahresbeginn die Machbarkeitsstudie läuft. Außerdem stiegen die Verwaltungskosten, vor allem wegen Beraterhonoraren für die Transaktion. Höhere Zinserträge milderten das nur teilweise.
Die Jahresplanung für 2026 hebt das Management um 11,5 Millionen auf rund 110 Millionen Dollar an. Der Aufschlag geht komplett auf Rechts- und Beratungskosten zurück. Die Mittel für Donlin Gold bleiben bei 78,8 Millionen Dollar. Zahlungsmittel und Termineinlagen betragen 343,4 Millionen Dollar, im Quartal sanken sie um gut 26 Millionen.
Nach Unternehmensangaben reicht das Geld für die Machbarkeitsstudie, die vorzeitige Rückzahlung der Barrick-Schuldverschreibung über 100 Millionen Dollar und mindestens zwölf Monate Verwaltung. Allerdings erwartet NovaGold, später frisches Kapital aufnehmen zu müssen, etwa für die Detailplanung.
Der Deal mit Paulson
Kern der Story ist die Übernahme des 40-Prozent-Anteils von Paulson an Donlin Gold, bezahlt allein in Aktien. NovaGold würde damit von 60 auf 100 Prozent steigen. Eine neue US-Holding mit Börsennotierung in New York soll Mutter des Konzerns werden. Das Unternehmen beziffert den Marktwert danach auf rund 4,9 Milliarden Dollar.
Paulson würde etwa 40 Prozent der wirtschaftlichen Anteile halten, die Stimmrechte sind auf 19,99 Prozent gedeckelt. Hinzu kommen Haltefristen und Stillhaltevereinbarungen. Das Management verweist auf eine sofortige Wertsteigerung je Aktie und rund 16 Millionen zusätzliche Unzen an Ressourcen.
Die Hauptversammlung stimmt am 3. November ab. Nötig sind mindestens zwei Drittel der abgegebenen Stimmen, außerdem Gerichts- und Behördengenehmigungen. Der Abschluss ist bis Jahresende geplant.
Projekt und Finanzierung
Die Machbarkeitsstudie soll 2027 fertig sein. Fluor führt die Ingenieurarbeiten. Für die Finanzierung engagierte Donlin Gold Endeavour Financial und Macquarie Capital. Sie prüfen Projektfinanzierung, Infrastrukturkapital sowie mögliche Unterstützung staatlicher Stellen oder Staatsfonds.
Beim Genehmigungsprozess läuft eine ergänzende Umweltprüfung. Die Kommentierungsfrist endet am 23. Oktober, die endgültige Fassung wird für April 2027 erwartet. Die bestehenden Bundesgenehmigungen bleiben in Kraft.
Die Aktie notierte zuletzt bei rund 6,31 Dollar, leicht im Minus. Nächste Marke ist die Abstimmung am 3. November. Stimmen die Aktionäre zu, dürfte der Abschluss im vierten Quartal folgen.
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