Nouveau Monde Graphite begleicht aufgelaufene Zinsverpflichtungen gegenüber seinem Großaktionär über die Ausgabe neuer Anteile. Wie das kanadische Unternehmen gestern mitteilte, werden die fälligen Zinsen für das dritte Quartal aus einer unbesicherten Wandelanleihe an Investissement Québec in Aktien abgegolten.
Vorgesehen ist die Ausgabe von 283.265 Stammaktien zu einem Preis von je 1,21 US-Dollar. Damit wird eine Gesamtforderung in Höhe von 342.751 US-Dollar ausgeglichen.
Genehmigung der Börsenplätze steht noch aus
Die Ausgabe der Anteilsscheine erfolgt nicht unmittelbar, sondern steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Börsenplätze in Toronto und New York. Weil Investissement Québec bereits eine wesentliche Beteiligung am Unternehmen hält, unterliegt der Schritt den regulatorischen Bestimmungen für Geschäfte mit nahestehenden Parteien.
Nouveau Monde Graphite teilte hierzu mit, dass Ausnahmen von den üblichen Bewertungs- und Minderheitszustimmungspflichten greifen, da das Transaktionsvolumen einen festgesetzten Schwellenwert der Marktkapitalisierung nicht überschreitet.
Die tatsächliche Übergabe der Zertifikate erfolgt laut Vereinbarung erst bei Fälligkeit, Wandlung oder Rückzahlung der Schuldverschreibung. Zudem gilt für die neuen Papiere eine mehrmonatige Haltefrist.
Analysten verweisen auf ungedeckten Kapitalbedarf
Gestern nahm zudem das Analysehaus Freedom Broker die Beobachtung der Gesellschaft mit einer Halte-Empfehlung auf. Analyst Vitaly Kononov nannte dabei ein Kursziel von 1,48 US-Dollar für die kommenden zwölf Monate. Im zweiten Quartal beliefen sich die Ausgaben des Unternehmens auf 33 Millionen kanadische Dollar. Für die weitere Entwicklung des Matawinie-Projekts sind nach Angaben des Experten rund 167 Millionen kanadische Dollar vorgesehen.
Kononov begründet seine zurückhaltende Haltung mit offenen Finanzierungsfragen. Zwar sei die Mine vorbehaltlich des Abschlusses einer Fremdfinanzierung gesichert und die künftige Produktion teilweise über Abnahmeverträge kontrahiert.
Für das geplante Anodenwerk fehle dem Unternehmen jedoch weiterhin die nötige Finanzierung. Wesentlich optimistischer blickt das Analysehaus H.C. Wainwright auf das Projekt, das seine Kaufempfehlung für den Rohstoffentwickler bekräftigt.
Hohe Kursverluste seit Jahresbeginn
Im europäischen Handel schloss die Aktie gestern bei 1,05 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Wertverlust des Papiers damit auf 50 Prozent. Die Notierung liegt zudem 81 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, was die anhaltende Zurückhaltung der Marktteilnehmer unterstreicht.
Die Begleichung laufender Verbindlichkeiten mittels Eigenkapitalinstrumenten schont kurzfristig die Barmittel des Unternehmens. Für Investoren bleibt die vollständige Schließung der Finanzierungslücke bei den Weiterverarbeitungsanlagen jedoch der maßgebliche Faktor für eine nachhaltige Trendwende.
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