Northern Trust hat einen neuen Kunden gewonnen, während die Aktie an der Börse gleichzeitig unter Druck gerät. Der Gegensatz zwischen operativem Fortschritt und Kursentwicklung wirft die Frage auf, wie stark makroökonomischer Druck derzeit auf Finanzwerte drückt.
Die britische Fondsboutique J O Hambro Capital Management (JOHCM) hat Northern Trust als alleinigen Anbieter für ausgelagerte Handelsdienstleistungen ausgewählt. JOHCM verwaltet nach eigenen Angaben rund 22,7 Milliarden Dollar an Vermögenswerten und ist bereits seit 2008 Kunde von Northern Trust, unter anderem für Fondsbuchhaltung, Depotgeschäft und Währungsmanagement.
Mit dem neuen Mandat übernimmt die „Integrated Trading Solutions“-Sparte (ITS) von Northern Trust künftig auch das Portfolio-Trading für JOHCM über globale Märkte und Zeitzonen hinweg. Teile des bisherigen JOHCM-Handelsteams wechseln im Zuge der Umstellung zu Northern Trust, um die Betreuung nahtlos fortzuführen.
Kurs auf Jahrestief trotz operativer Erfolge
Während das Geschäft mit ausgelagerten Handelsdienstleistungen wächst, notiert die Aktie an der Börse auf einem 52-Wochen-Tief von 18,21 Dollar. Auf Jahressicht steht damit ein Kursrückgang von 12,34 Prozent zu Buche. Der Rückgang spiegelt vor allem branchenweite Belastungen im Finanzsektor wider, trifft aber offenbar auch unternehmensspezifische Faktoren.
Auf dem aktuellen Niveau liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 16,07 – ein Wert, der die Aktie im Vergleich zu historischen Bewertungen günstig erscheinen lässt. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von 6,41 Prozent. Northern Trust zahlt bereits seit 56 Jahren in Folge eine Dividende, was gerade einkommensorientierten Anlegern in unruhigen Marktphasen als Stabilitätsanker dienen könnte.
Der neue Mandatsgewinn bei JOHCM zeigt, dass das Kerngeschäft der Vermögensverwaltung und Handelsabwicklung weiterläuft, unabhängig von der Kursschwäche. Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob sich die Stabilisierungssignale aus dem operativen Geschäft auch im Aktienkurs niederschlagen.
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