Steigende Treibstoffkosten belasten die Profitabilität des US-Bahnkonzerns Norfolk Southern im dritten Quartal. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 15. September berichtete, rechnen Führungskräfte des Unternehmens mit einem spürbaren Dämpfer für die operative Aufwandsquote.
Gegenüber früheren Erwartungen wird ein Gegenwind von rund 250 Basispunkten für die sogenannte Operating Ratio erwartet. Dies geschieht trotz der Umstände, dass das Bahnunternehmen zusätzliche Frachtanteile von Lastkraftwagen hinzugewinnen konnte.
An den Finanzmärkten hinterlässt diese Entwicklung deutliche Bremsspuren. Am gestrigen Montag fiel der Schlusskurs der Norfolk-Southern-Aktie um 1,7 Prozent auf 269,00 Euro. Im Monatsvergleich summiert sich der Kursrückgang damit auf 11 Prozent.
Frachtverlagerung federt Kostendruck ab
Hinter dem Margendruck steht eine gegenläufige Entwicklung im operativen Frachtgeschäft. Zwar verteuern höhere Kraftstoffpreise den Zugbetrieb unmittelbar, doch treiben die Preissprünge beim Diesel zugleich eine Verlagerung von Transportmengen an.
Weil Straßentransporte teurer werden, wechseln Frachtkunden vermehrt vom Lkw auf die Schiene. Nach Angaben des Unternehmens zeigen sich diese Marktanteilsgewinne vor allem im intermodalen Bereich sowie bei Handelsgütern.
Zudem präsentiert sich die Nachfrage in weiteren Kernbereichen widerstandsfähig. Das Frachtaufkommen in der Industrie sowie im US-amerikanischen intermodalen Binnengeschäft erwies sich zuletzt als solide. Finanzchef Jason Zampi und Vertriebsvorstand Ed Elkins erläuterten diese geschäftliche Entwicklung auf der Laguna-Konferenz von Morgan Stanley.
Kunden und Politik stützen Zusammenschluss
Abseits des laufenden Quartals richtet sich der Blick auf die langfristige Aufstellung des Konzerns. Norfolk Southern treibt das geplante Fusionsvorhaben mit der Bahngesellschaft Union Pacific weiter voran. Am 16. September teilte das Unternehmen mit, dass inzwischen mehr als 500 Kunden das Vorhaben öffentlich unterstützen. Die Unterzeichner verwiesen auf einen erweiterten Marktzugang, stabilere Lieferketten und zusätzliche Wachstumschancen.
Zusätzlichen Rückhalt erhält das Projekt aus den US-Bundesstaaten. Bereits am 15. September sprach sich Henry McMaster, der Gouverneur von South Carolina, für die Verbindung beider Konzerne aus. McMaster begründete seine Haltung mit erwartetem Wirtschaftswachstum, effizienteren Transportketten und erweiterten Geschäftschancen für die Unternehmen seines Bundesstaates.
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