Fünf moderne Anlagen ersetzen fünf ältere Modelle, doch die Energieausbeute wird drastisch steigen: Der Hamburger Windkraftanlagenbauer Nordex hat einen Auftrag über 34 Megawatt für ein Repowering-Projekt in Hessen erhalten. Kunde ist die EEF Erneuerbare Energien Fabrik GmbH, die den Windpark Rauschenberg grundlegend modernisiert. Am Markt legten die Papiere des im MDAX und TecDAX notierten Konzerns heute um 1,5 Prozent auf 38,50 Euro zu.
Zum Einsatz kommen fünf Turbinen des Typs N175/6.X mit einer Nennleistung von jeweils 6,8 Megawatt. Bemerkenswert ist dabei die gewählte Konfiguration: Nordex errichtet die Anlagen auf Türmen mit einer Nabenhöhe von 199 Metern. Diese Dimensionen zielen speziell darauf ab, schwächere Windstandorte im deutschen Binnenland effizienter zu erschließen.
Technische Modernisierung im Bestand
Das Projekt in Hessen demonstriert die Hebelwirkung moderner Anlagengenerationen. Die fünf neuen Turbinen ersetzen fünf Altanlagen der 3-Megawatt-Klasse. Während die Gesamtzahl der Windräder am Standort unverändert bleibt, erhöht sich die installierte Gesamtleistung auf 34 Megawatt. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht.
Vereinbart wurde neben der Lieferung und Errichtung auch ein Premium-Servicevertrag über eine Laufzeit von 20 Jahren, der Nordex langfristige wiederkehrende Einnahmen sichert. Die Auslieferung sowie der Aufbau der Turbinen sind ab Ende 2027 geplant. Mit der ersten Stromerzeugung und der Inbetriebnahme des modernisierten Parks wird im Sommer 2028 gerechnet.
Ausbau der neuen Turbinengeneration
Für die N175/6.X auf 199-Meter-Türmen ist dies der zweite größere Verkaufserfolg in Deutschland. Den ersten Auftrag für diese Turmvariante hatte sich der Hersteller im März 2026 für ein Vorhaben in Nordrhein-Westfalen gesichert. Die Nachfrage nach Großturbinen auf hohen Türmen gewinnt im Zuge des deutschen Repowering-Bedarfs zunehmend an Bedeutung, da ältere Standorte genehmigungsrechtlich oft bereits etabliert sind.
Mit dem jüngsten Kursplus knüpft der Titel an eine solide Entwicklung an: Seit Jahresanfang verzeichnet die Nordex-Aktie einen Zuwachs von 32 Prozent. Das Unternehmen, das seit 1985 mehr als 64 Gigawatt Leistung in über 40 Märkten installiert hat und mehr als 11.100 Mitarbeiter beschäftigt, erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 7,6 Milliarden Euro.
Der hessische Großauftrag unterstreicht, dass die technologische Weiterentwicklung im Kernmarkt Deutschland ein wichtiger Pfeiler des Auftragsbestands bleibt.
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