Es gibt Quartalszahlen, die man kurz liest und dann ablegt. Und es gibt Quartalszahlen, bei denen man zweimal hinschaut, weil man sicher sein will, dass man sich nicht verlesen hat. Nordex hat zuletzt solche geliefert.
Ordentlich mehr von allem
Der Hamburger Windturbinenbauer meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 1,59 Milliarden Euro, gut 10,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Soweit, so solide. Der eigentliche Knackpunkt liegt aber tiefer: Das EBITDA sprang um 64,3 Prozent auf 130,7 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge kletterte dabei von 5,5 auf 8,2 Prozent. Das EBIT hat sich mehr als verdoppelt, die EBIT-Marge stieg von 2,4 auf 5,6 Prozent.
Und der Nettogewinn? 53,6 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2025 waren es noch 7,9 Millionen. Das ist kein gradueller Fortschritt, das ist fast schon ein anderes Unternehmen.
Das Orderbuch als eigentliche Nachricht
Was den Zahlen noch das Gewicht gibt, ist das Orderbuch. Es wuchs auf 17 Milliarden Euro, von 13,5 Milliarden ein Jahr zuvor. Das ist Sichtbarkeit auf Jahre hinaus. Nordex muss also nicht hoffen, dass die Nachfrage nach Windturbinen anhält, sondern hat sie bereits in den Büchern stehen.
Beide Segmente zogen mit: Der Projektbereich legte beim Umsatz um 10,7 Prozent zu, die Marge liegt bei 12,2 Prozent. Der Servicebereich wuchs ebenfalls um 10,6 Prozent, mit einer Marge von inzwischen 19,2 Prozent. Servicemargen in dieser Höhe sind das, was Investoren bei Industrieunternehmen lieben.
Nordex SE Aktie Chart
Blanco sagt, was er sagen muss
CEO José Luis Blanco kommentierte das Quartal erwartungsgemäß positiv. „Das erste Quartal entwickelte sich wie erwartet und war ein positiver Start ins Jahr für Nordex. Wir haben operativ weiter gut geliefert, weitere Margenverbesserungen erzielt und sind mit einer starken Finanzposition ins Jahr gestartet“, so Blanco. Die Jahresprognose für 2026 bestätigte das Unternehmen demnach vollumfänglich.
Wer bei Nordex nach einem Haken sucht, muss diesmal tiefer graben als gewöhnlich. Die Börse jedenfalls feierte die Zahlen. In Frankfurt legte die Aktie am Montagvormittag über 12 % zu.
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