Nordex verbindet einen kräftigen Mittelzufluss mit einem höheren Profitabilitätsziel. Die am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Quartalszahlen liefern damit mehr als einen verbesserten Ergebnisausblick: Sie zeigen auch einen positiven Free Cashflow. Für Anleger steht bis zur vollständigen Ergebnisveröffentlichung im Mittelpunkt, wie sich die stärkere Ertragslage im Detail zusammensetzt.
Höhere Profitabilität bei unverändertem Umsatzziel
Für das dritte Quartal 2026 meldete Nordex ein EBITDA von rund 278 Mio. Euro bei einem Umsatz von rund 2.187 Mio. Euro. Der Free Cashflow erreichte 379 Mio. Euro. Sämtliche Angaben sind vorläufig und ungeprüft.
Der positive Mittelzufluss ergänzt die Ergebniszahlen um einen wichtigen Aspekt. EBITDA und Free Cashflow beschreiben unterschiedliche Seiten der Geschäftsentwicklung: Für die Einordnung zählt deshalb nicht allein das operative Ergebnis, sondern auch der ausgewiesene Liquiditätszufluss. Aus den Quartalswerten lässt sich allerdings keine Zusage für die weitere Entwicklung ableiten.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Nordex eine EBITDA-Marge von 11,5–12,5 Prozent. Damit setzt das Unternehmen die angestrebte Profitabilität höher an.
Entscheidend ist die Kombination aus angehobener Margenerwartung und unverändertem Umsatzziel. Der verbesserte Ausblick beruht damit nicht auf einer höheren Umsatzprognose. Nordex stellt vielmehr eine höhere operative Ertragskraft innerhalb des bisherigen Umsatzrahmens in Aussicht.
Zuvor hatte die Margenprognose bei 8,0–11,0 Prozent gelegen. Die Umsatzprognose bleibt bei 8,2–9,0 Mrd. Euro.
Auftragseingang und vollständige Zahlen im Blick
Auch die Auftragsentwicklung gehört zur Einordnung des höheren Ausblicks. Sie beschreibt die Nachfrage nach Projekten, ist aber weder mit bereits realisierten Umsätzen noch mit einem gesicherten Ergebnis gleichzusetzen.
Am 12. Oktober meldete Nordex für das dritte Quartal 2026 einen Auftragseingang im Segment Projekte von 2.810 MW. Das entsprach einem Plus von 29,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Servicegeschäft ist darin nicht enthalten.
Der Zuwachs beschränkt sich nicht auf das einzelne Quartal. Auch über den längeren Berichtszeitraum verzeichnete Nordex mehr Bestellungen.
In den ersten neun Monaten 2026 erreichte der Auftragseingang 7.733 MW und lag damit 16,1 Prozent über dem Vorjahreswert.
Für Anleger sind damit zwei Entwicklungen belegt: höhere Projektbestellungen und ein angehobenes Profitabilitätsziel. Die vollständigen Ergebnisse für das dritte Quartal will Nordex am 5. November 2026 veröffentlichen. Dieser Termin bietet den nächsten konkreten Anlass, die vorläufigen Eckdaten umfassender zu bewerten.
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