Starke vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2026 und ein höherer Margenausblick treiben Nordex heute an. Die Aktie gewinnt 6,7%. Entscheidend ist nicht allein das gestiegene Ergebnis: Auch der freie Mittelzufluss legt deutlich zu. Damit erhält die verbesserte Profitabilität eine zusätzliche Stütze.
Profitabilität übertrifft die Erwartungen
Nordex erwartet für das Gesamtjahr 2026 nun eine EBITDA-Marge von 11,5–12,5%. Die übrigen Bestandteile der Jahresprognose bleiben unverändert. Das Unternehmen rechnet somit mit einer höheren operativen Profitabilität, ohne zugleich seine Umsatzerwartung anzuheben.
Die Verbesserung beruht laut Nordex auf höheren Margen im Servicegeschäft und einer starken Projektabwicklung. Zusätzlich traten zuvor eingeplante Projektrisiken weniger stark ein als angenommen. Zum besseren Ergebnis trägt damit neben der operativen Umsetzung auch eine günstigere Risikoentwicklung bei.
Bisher hatte Nordex eine EBITDA-Marge von 8–11% erwartet. Mit einer vorläufigen Quartalsmarge von 12,7% übertraf das Unternehmen selbst die Obergrenze dieser bisherigen Jahresprognose.
Die Quartalszahlen sind noch ungeprüft. Sie zeigen aber, weshalb Nordex den Ausblick anpasst: Das operative Ergebnis wächst deutlich stärker als der Umsatz. Die höhere Ertragskraft lässt sich damit nicht allein durch mehr Geschäftsvolumen erklären.
Das EBITDA erreichte vorläufig rund 278 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2025 hatte es bei 136 Millionen Euro gelegen. Das operative Ergebnis hat sich damit mehr als verdoppelt.
Freier Mittelzufluss legt ebenfalls zu
Die Ergebnisverbesserung geht mit einem deutlich stärkeren freien Mittelzufluss einher. Für Anleger ist das eine wichtige Ergänzung zur Margenentwicklung: Die positive Quartalsbilanz beschränkt sich nicht auf die operative Ergebnisrechnung.
Der freie Cashflow lag vorläufig bei 379 Millionen Euro, nach 149 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Auch für das Schlussquartal erwartet Nordex einen positiven freien Mittelzufluss.
Beim Umsatz hält das Unternehmen an seiner bisherigen Planung fest. Die Prognoseanhebung betrifft damit gezielt die Marge und ist keine umfassende Neufassung der Geschäftserwartungen.
Für das Gesamtjahr bleibt die Umsatzspanne bei 8,2–9,0 Milliarden Euro. Die geplanten Investitionen belässt Nordex bei rund 200 Millionen Euro.
Jefferies reagiert mit höherem Kursziel
Die überraschend starke Ergebnisentwicklung hat auch eine positive Analystenreaktion ausgelöst. Jefferies-Analyst Constantin Hesse zufolge übertraf Nordex beim EBITDA selbst die optimistischsten Erwartungen.
Jefferies erhöhte gestern das Kursziel von 60 auf 63 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. Den nächsten konkreten Prüfstein liefern die vollständigen Quartalsergebnisse am 5. November. Dann können Anleger die vorläufigen Eckdaten und den angehobenen Margenausblick anhand des ausführlichen Zahlenwerks beurteilen.
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