Nordex wächst beim Auftragseingang und verdient zugleich mehr an der Umsetzung seiner Projekte. Die am 15. Oktober veröffentlichten vorläufigen Quartalszahlen zeigen damit mehr als einen reinen Mengeneffekt.
Höhere Margen im Servicegeschäft und eine starke Projektabwicklung waren nach Unternehmensangaben die Gründe für den verbesserten Ergebnisausblick. Für Anleger rückt deshalb neben dem Auftragsvolumen die Profitabilität des Geschäfts in den Mittelpunkt.
Mehr Aufträge treffen auf bessere Margen
Im dritten Quartal 2026 erreichte der Auftragseingang im Projektsegment 2.810 MW. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Zuwachs von 29,5 Prozent. Das Servicegeschäft ist in diesen Angaben nicht enthalten.
Diese Abgrenzung ist für die Einordnung wichtig: Die Bestellzahlen beschreiben die Nachfrage nach Projekten. Die Ergebnisverbesserung stützt sich dagegen nach Angaben von Nordex sowohl auf die Projektabwicklung als auch auf das Servicegeschäft. Auftragswachstum und steigende Profitabilität haben damit unterschiedliche, sich ergänzende Treiber.
Für das dritte Quartal 2026 meldete Nordex vorläufig ein EBITDA von rund 278 Mio. Euro und eine EBITDA-Marge von 12,7 Prozent.
Die bessere Ertragslage veranlasste das Unternehmen, den Jahresausblick anzuheben. Die übrigen Prognosekennzahlen ließ Nordex unverändert. Die Anpassung betrifft somit ausdrücklich die erwartete Profitabilität und nicht sämtliche Ziele des Unternehmens.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Nordex eine EBITDA-Marge von 11,5–12,5 Prozent. Zuvor hatte die Prognose bei 8,0–11,0 Prozent gelegen.
Servicegeschäft gewinnt an Bedeutung
Welche Rolle das Servicegeschäft neben dem Anlagenverkauf spielt, verdeutlicht der am Donnerstag bekannt gegebene Auftrag von Mercury. Die Vereinbarung für den Windpark Puke Kapo Hau verbindet die Lieferung von Windenergieanlagen mit einer langfristigen Betreuung.
Mercury bestellte 40 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 192 MW. Hinzu kommt ein Servicevertrag über 30 Jahre.
Der Auftrag markiert den Eintritt von Nordex in den neuseeländischen Windenergiemarkt. Für die Einordnung der Ergebnisentwicklung ist vor allem die Verbindung von Projekt- und Servicegeschäft relevant. Genau diese beiden Bereiche nannte Nordex als Gründe für die verbesserte Margenprognose. Der neue Vertrag allein belegt allerdings noch keinen zusätzlichen Ergebnisbeitrag in bestimmter Höhe.
Quartalsbericht muss das Bild konkretisieren
Neben der operativen Marge fällt der Mittelzufluss ins Gewicht. Den vorläufigen Umsatz bezifferte Nordex auf rund 2.187 Mio. Euro. Der freie Cashflow erreichte 379 Mio. Euro.
Damit reicht die Betrachtung über den Auftragseingang hinaus: Entscheidend sind auch die Erträge aus der Umsetzung und die daraus entstehenden Zahlungsmittelzuflüsse. Die vorläufigen Zahlen liefern dafür konkrete Anhaltspunkte, ersetzen aber nicht die vollständige Quartalsberichterstattung.
Für den 5. November ist die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026 angekündigt. Für Anleger steht dabei die Verbindung aus wachsendem Projektgeschäft, besserer Serviceprofitabilität und hohem Mittelzufluss im Vordergrund. An diesen Punkten lässt sich die operative Entwicklung genauer beurteilen als am Auftragsvolumen allein.
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