Nordex macht weiter Boden gut in den USA. Heute Morgen meldete die Hamburger Windturbinen-Gruppe einen weiteren Auftrag jenseits des Atlantiks: 325 MW Gesamtleistung, 55 Turbinen vom Typ N163/5.X, Kunde und Projektname bleiben unter Verschluss. Wer bestellt hat, erfährt die Öffentlichkeit nicht. Dass bestellt wurde, hingegen schon.
Iowa statt Importsorgen
Was an diesem Auftrag auffällt, ist das bewusste Betonen der lokalen Produktion. Manav Sharma, CEO von Nordex North America, sagte, es sei „ein echtes Privileg”, den US-Energiesektor mit Produkten zu bedienen, die in Iowa gefertigt werden und auf bewährter Technologie basieren. Das klingt nicht zufällig so. In einem politischen Umfeld, in dem Importzölle und Lieferketten-Nationalismus das Geschäft mit Windturbinen in den USA erschweren können, ist „Made in USA” kein Marketingslogan, sondern ein Schutzschild.
Die Delta4000-Plattform, auf der der N163/5.X basiert, ist Nordex‘ Antwort auf Märkte mit begrenzten Flächen und knappen Netzkapazitäten. Für die weiten Ebenen der US-Windgürtel ist das eine solide Wahl.
Nordex Aktie Chart
47 Prozent YTD, und der Markt will mehr wissen
Die Nordex-Aktie hat in diesem Jahr schon gut zugelegt, rund 47 Prozent seit Jahresbeginn, gemessen bis Ende vergangener Woche. Kein Wunder also, dass die Suchanfragen nach Kurszielen, Prognosen und Dividende gerade hochkochen. Einen Auftrag dieser Größenordnung nimmt der Markt üblicherweise als Bestätigung, dass die Auftragsbücher stimmen. Ob das für einen weiteren Schub reicht, hängt davon ab, wie viele solcher Meldungen noch folgen. Nordex hat seit 1985 über 64 GW in mehr als 40 Märkten installiert und 2025 rund 7,6 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Die Pipeline scheint zu laufen.
Nächster Termin: September
Zahlen gibt es erst wieder am 27. September, wenn Nordex die nächsten Quartalsergebnisse vorlegt. Bis dahin sind es Auftragsmeldungen wie diese, die den Kurs in Bewegung halten. Heute steht die Aktie leicht im Plus. Für eine Aktie, die in zwölf Monaten zwischen 16,62 und 51,70 Euro pendelte, ist „leicht im Plus” nach einer 325-MW-Meldung fast schon bescheiden.
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