Die Nordex-Aktie verzeichnet am heutigen Montag einen deutlichen Kurssprung von 10 % und notiert bei 40,72 €. Auslöser für das gesteigerte Anlegerinteresse ist eine aktuelle Hochstufung durch die Bank of America. Die Investmentbank hob ihre Empfehlung für den Windkraftanlagenbauer von „Neutral“ auf „Kaufen“ an und sieht signifikantes Aufwärtspotenzial für den Hamburger Konzern.
Positive Analystenstimmen und strategische Vorteile
Analyst Alexander Jones von der Bank of America begründet die optimistische Einschätzung primär mit der starken Positionierung des Unternehmens auf dem deutschen Heimatmarkt sowie einer wachsenden Präsenz in den USA.
In seiner Analyse verweist Jones zudem auf eine zunehmend stabile Lieferkette, die Nordex eine verlässlichere Planung und Umsetzung von Großprojekten ermögliche. Das Kursziel für die Aktie wurde im Zuge der Hochstufung von zuvor 50 Euro auf nun 54 Euro angehoben.
Ergänzend dazu verweisen Medienberichte auf den Erfolg der US-Strategie des Konzerns. Bereits Ende Juli hob Jones einen bedeutenden Auftrag über 325 Megawatt (MW) hervor, der die Lieferung von 55 Turbinen umfasst. Diese Entwicklung unterstreiche die Fähigkeit von Nordex, in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld Marktanteile zu sichern.
Während die Bank of America ihre Kaufempfehlung ausspricht, liegen die Kursziele anderer Häuser wie RBC mit 36 Euro derzeit unter dem aktuellen Marktniveau. Der breite Marktkonsens von 15 Analysten wird jedoch weiterhin mit „Outperform“ angegeben.
Auftragsboom und solide Quartalszahlen
Die operative Dynamik des Unternehmens wurde bereits durch mehrere Großaufträge im Sommer untermauert. Am 4. August vermeldete Nordex den Abschluss von Verträgen in der Türkei mit einem Volumen von 525 MW sowie weitere US-Aufträge über mehr als 480 MW. Hinzu kam ein Projekt in Rumänien über 77 MW am 3. August.
Diese Auftragseingänge stützen den bereits hohen Auftragsbestand, der zum Ende des ersten Quartals bei 17,0 Milliarden Euro gelegen hatte – ein deutliches Plus gegenüber den 13,5 Milliarden Euro des Vorjahreszeitraums.
Finanziell präsentierte sich Nordex zuletzt in robuster Verfassung. In den am 29. Juli veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal 2026 wies das Unternehmen einen Umsatz von 2,18 Milliarden Euro aus, was einer Steigerung von 16 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 224 Millionen Euro sogar um 18 % über den Markterwartungen.
Bestätigte Prognose und Ausblick
Auf Basis dieser Ergebnisse hält das Management an der Jahresguidance für 2026 fest. Nordex peilt weiterhin einen Jahresumsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro an, bei einer erwarteten EBITDA-Marge in einer Spanne von 8 bis 11 %.
Die Aktie konnte seit Jahresbeginn bereits um 40 % zulegen und setzte damit am Mittwoch bei 36,00 Euro kurzzeitig auf einem Mehrmonatstief auf, bevor die aktuelle Erholung einsetzte.
Spannung verspricht nun der morgige Auftritt des Unternehmens auf der Barclays Energy and Power Conference in New York, deren Teilnahme das Unternehmen gestern ankündigte. Die Veranstaltung bietet Nordex die Gelegenheit, die aktuelle Wachstumsstrategie vor internationalen Investoren weiter zu präsentieren.
Beobachter achten dabei besonders darauf, ob das Management zusätzliche Details zur Entwicklung der US-Geschäfte und zur Margenentwicklung in der zweiten Jahreshälfte preisgibt.
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