Nordex hat mit seinen neuen Projektaufträgen die Erwartungen übertroffen. Der am Montag gemeldete Auftragseingang für das dritte Quartal 2026 erreichte 2.810 MW. Nach Einschätzung von Jefferies lag er damit 13 % über der Konsensschätzung. Für Anleger ist das ein positives Nachfragesignal – eine Aussage über den erzielten Gewinn ist damit allerdings nicht verbunden.
Die Überraschung betrifft das Projektegeschäft ohne Service. Damit steht zunächst die Nachfrage nach neuen Windenergieanlagen im Mittelpunkt, nicht das Wartungsgeschäft. Die Analystenreaktionen zeigen, dass die Bestellungen auch gemessen an den Erwartungen positiv ausfielen.
Wachstum über das Quartal hinaus
Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg der Auftragseingang um 29,5 %. Seit Jahresbeginn summierten sich die Bestellungen auf 7.733 MW. Das entspricht einem Zuwachs von 16,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Aufwärtstrend beschränkt sich damit nicht auf das jüngste Quartal. Zugleich verteilen sich die Bestellungen auf mehrere Absatzmärkte. Als stärkste Einzelmärkte nannte Nordex die Türkei, Deutschland und die USA.
Im dritten Quartal 2026 bestellten Kunden insgesamt 427 Windkraftanlagen für Projekte in zehn Ländern.
Diese geografische Verteilung ergänzt das Mengenwachstum. Für die wirtschaftliche Einordnung bleibt daneben der vereinbarte Verkaufspreis relevant: Mehr bestellte Leistung allein beantwortet noch nicht die Frage nach der späteren Profitabilität.
Der durchschnittliche Verkaufspreis betrug im dritten Quartal 2026 nach Unternehmensangaben 0,90 Mio. EUR/MW.
Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
Die positive Überraschung veranlasste die beiden Analysehäuser nicht zu neuen Kurszielen. Stattdessen bestätigten sie ihre Kaufempfehlungen. Ihre Begründungen konzentrierten sich auf die Stärke des Auftragseingangs gegenüber den Erwartungen.
Jefferies bestätigte am Montag die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 60 Euro. Analyst Constantin Hesse lobte den Auftragseingang und dessen Abstand zur Konsensschätzung.
Auch Berenberg bewertete die Bestellungen positiv. Damit stimmen die beiden datierten Einschätzungen in ihrer grundsätzlichen Bewertung überein.
Berenberg bestätigte am Montag ebenfalls die Kaufempfehlung. Analyst Richard Dawson verwies auf den über der Konsensschätzung liegenden Auftragseingang und nannte ein Kursziel von 58 Euro.
Neue Verträge ergänzen das Nachfragebild
Weitere Auftragsmeldungen unterstreichen die Nachfrage in den genannten Regionen. Dabei verbinden die Verträge Anlagenlieferungen mit längerfristigen Dienstleistungen.
Am 7. Oktober meldete Nordex türkische Aufträge über 389 MW. Die Inbetriebnahmen sind schrittweise für 2027 bis 2028 vorgesehen. Die Verträge enthalten mehrjährige Service- und Wartungsleistungen.
Auch die europäischen Bestellungen umfassen neben den Anlagen zusätzliche Dienstleistungen. Sie ergänzen damit das reine Projektgeschäft.
Am 6. Oktober hatte Nordex Aufträge über rund 228 MW in mehreren europäischen Ländern bekannt gegeben. Die vereinbarten Serviceleistungen laufen bis zu 25 Jahre. Für Anleger stehen damit sowohl das über den Erwartungen liegende Bestellvolumen als auch die vertraglich vereinbarten Serviceleistungen im Blick.
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