Nordex und İÇDAŞ haben heute eine Absichtserklärung für das Windprojekt R25 in Kütahya unterzeichnet. Damit stehen die kommerziellen Grundbedingungen für weitere Verhandlungen fest. Eine endgültige Bestellung oder Liefervereinbarung liegt allerdings noch nicht vor. Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Die Vereinbarung eröffnet eine Geschäftsperspektive, sichert aber noch keinen Auftrag.
Vertragsabschluss noch im Oktober geplant
Die endgültigen Vertragsverhandlungen laufen. Nach dem bisherigen Plan sollen die Verträge im Oktober 2026 abgeschlossen und unterzeichnet werden. Das Projekt verfügt laut der Ausschreibung YEKA-RES-2025 über eine Netzanschlusskapazität von 120 MWe.
Der nächste maßgebliche Schritt wäre damit der Abschluss verbindlicher Verträge. Die Absichtserklärung allein darf nicht mit einem gesicherten Liefergeschäft gleichgesetzt werden. Auch die geplante Netzanschlusskapazität ist nicht als bereits bestelltes Turbinenvolumen zu verstehen.
Für die vorgesehenen Anlagen ist Anti-Icing-Technologie geplant. Konkrete Produktions- oder Leistungsdaten wurden nicht genannt. Der Schwerpunkt der Vereinbarung liegt damit auf dem kommerziellen Rahmen. Ob daraus das geplante Liefergeschäft entsteht, hängt vom Abschluss der laufenden Verhandlungen ab.
Deutscher Auftrag bereits konkreter
Weiter fortgeschritten ist ein Geschäft mit Westfälisch-Niedersächsische Energie WNE. Nordex erhielt einen Auftrag zur Lieferung und Installation von Windturbinen mit insgesamt 82 MW im Kreis Höxter. Dazu gehört ein Premium-Service über 20 Jahre.
Das Paket umfasst die Projekte Dringenberg, Gehrden Ost und die Erweiterung Gehrden Fölsen. Anders als bei der Absichtserklärung für Kütahya handelt es sich hier bereits um einen Auftrag. Dieser Unterschied ist für die Einordnung der beiden Meldungen wichtiger als ein bloßer Vergleich ihrer Projektgrößen.
Vorgesehen sind Turbinen des Typs N175/6.X. Die Installation soll Mitte 2027 beginnen. Damit besitzt das deutsche Geschäft neben dem Lieferumfang auch einen konkreten zeitlichen Plan für die Umsetzung.
Quartalszahlen liefern den finanziellen Hintergrund
Die Projektmeldungen treffen auf deutlich gestiegene Geschäftszahlen. Im dritten Quartal 2026 erzielte Nordex einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für die Bewertung neuer Projekte zählt allerdings nicht allein das mögliche Geschäftsvolumen. Ebenso wichtig ist, mit welcher Profitabilität Nordex seine Umsätze erzielt. Die Quartalsentwicklung liefert dafür einen positiven Anhaltspunkt, ohne die Wirtschaftlichkeit einzelner künftiger Aufträge vorwegzunehmen.
Das EBITDA erreichte 278 Millionen Euro und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal. Die EBITDA-Marge betrug 12,7 Prozent. Beim Projekt in Kütahya bleibt der entscheidende nächste Nachweis dennoch ein anderer: die geplante Unterzeichnung verbindlicher Verträge.
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