Der Windkraft-Riese Nordex hat eine Verschnaufpause eingelegt. Nach einer monatelangen Kursjagd nutzen Investoren das hohe Niveau für erste Verkäufe. Die starke Auftragslage im zweiten Quartal 2026 konnte den kurzfristigen Rücksetzer bisher nicht verhindern.
Die Aktie notiert aktuell bei 40,78 Euro. Damit verlor das Papier innerhalb einer Woche 6,51 Prozent an Wert. Dieser Rücksetzer folgt auf eine außergewöhnliche Rallye der letzten Monate.
Seit Jahresbeginn kletterte der Kurs um 35,66 Prozent. Binnen zwölf Monaten stieg der Wert sogar um 114,63 Prozent. Der Relative-Stärke-Index sank derweil auf 41,9 Punkte. Damit hat sich die zuvor überkaufte Situation am Markt spürbar entspannt.
Milliarden für den Netzausbau
Parallel dazu bleibt die Nachfrage nach Windkraft-Infrastruktur auf einem Rekordhoch. Der Netzbetreiber SH Netz meldet Anschlussanträge für fast 60.000 Megawatt. Das Unternehmen plant gemeinsam mit HanseWerk massive Investitionen in die Infrastruktur. Bis 2030 fließen rund 2,5 Milliarden Euro in die Stromnetze.
Zusätzlichen Schub erhält die Branche durch politische Entscheidungen auf lokaler Ebene. In Heidelberg und Neckargemünd stimmten Bürger am 12. Juli für neue Windparks. Eine Zweidrittelmehrheit ermöglicht nun den Bau von bis zu sieben Anlagen. Parallel dazu beteiligt Leipzig Bürger künftig direkt an den Erträgen. Solche Modelle erhöhen die Akzeptanz für neue Projekte vor Ort deutlich.
Trend bleibt positiv
Trotz der Korrektur bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend vorerst intakt. Der Kurs liegt weiterhin 12,39 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 36,29 Euro. Die aktuelle Volatilität spiegelt dabei die sektortypischen Schwankungen wider.
In den kommenden Wochen rückt die operative Marge in den Mittelpunkt. Dann liefert Nordex weitere Details zur Abarbeitung des hohen Auftragsbestands.
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