Der Hamburger Windkraftanlagenbauer Nordex hat heute einen bedeutenden Erfolg auf dem türkischen Markt vermeldet. Das Unternehmen sicherte sich einen Großauftrag über eine Gesamtkapazität von 525 Megawatt. Auftraggeber ist die Türkerler Holding, die die Anlagen für das Windenergieprojekt YEKA-5 R25 Sivas in Zentralanatolien einsetzen wird. Dieser Abschluss unterstreicht die starke Position des Konzerns in der Region, in der Nordex nach eigenen Angaben einen Marktanteil von rund 34 Prozent hält.
Details zum Rekordprojekt in Zentralanatolien
Der Vertrag umfasst die Lieferung und Errichtung von insgesamt 72 Windturbinen des Typs N175/6.X. Diese Anlagen sind für eine Nabenhöhe von 108 Metern ausgelegt. Die Installation der ersten Einheiten soll laut Planungen im dritten Quartal 2027 beginnen. Neben der reinen Hardware-Lieferung beinhaltet die Vereinbarung einen Premium-Servicevertrag mit einer Laufzeit von zunächst zehn Jahren. Für den Kunden besteht zudem die Option, diese Dienstleistungen auf einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren zu verlängern, was Nordex langfristig planbare Serviceumsätze sichert.
Dieser neue Auftrag fügt sich in eine positive Entwicklung des Auftragseingangs ein. Bereits im zweiten Quartal 2025 konnte das Unternehmen Bestellungen mit einem Volumen von knapp 3.100 Megawatt verbuchen. Die aktuelle Meldung sorgt heute für deutlichen Rückenwind an der Börse. Die Nordex-Aktie notiert aktuell bei 39,92 Euro, was einem Kursplus von 3,31 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs des Papiers damit auf beachtliche 37,09 Prozent.
Erholung im Sektor und industrielles Umfeld
Die Nachricht trifft auf ein Marktumfeld, das für die Windkraftbranche zunehmend freundlicher wird. So meldete der Wettbewerber Siemens Energy heute für seine Windtochter Gamesa im dritten Quartal 2026 einen operativen Gewinn von 75 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein hoher Verlust von 438 Millionen Euro angefallen war. Auch der gesamte Sektor profitiert von einer Erholung der Nachfrage.
Flankiert wird die positive Nachricht von Nordex durch allgemeine Konjunkturdaten aus der deutschen Industrie. Medienberichten zufolge verzeichnete das verarbeitende Gewerbe im Juni einen Anstieg der Auftragseingänge um 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wobei insbesondere Großaufträge aus den Bereichen Maschinenbau und Elektroindustrie die Statistik stützten. Ohne diese Sondereffekte wäre der Bestelleingang allerdings leicht rückläufig gewesen.
Für Nordex markiert der Auftrag in der Türkei einen weiteren Schritt zur Stabilisierung des Geschäftsmodells durch langfristige Partnerschaften. Während die Installation erst in knapp einem Jahr startet, sorgt die Kombination aus technischer Ausrüstung und langjähriger Wartung für eine verbesserte Visibilität der künftigen Ertragsentwicklung. Anleger reagieren honoriert die operative Stärke, auch wenn die Aktie im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch aus dem April noch einen gewissen Abstand aufweist.
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