Ein kräftiger Auftragseingang aus der Türkei hat den Papieren von Nordex zum Wochenausklang deutlichen Auftrieb verliehen. Am Freitag legte die Aktie um 3,8 Prozent zu und ging bei 35,66 Euro aus dem Handel. Laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX sorgten die jüngst gemeldeten Bestellungen für frische Zuversicht unter den Marktteilnehmern und stützten die Erholung des Titels nach vorangegangenen Verlusttagen.
Mehrere Großprojekte in Südost- und Osteuropa
Den Impuls für die Aufwärtsbewegung lieferten konkrete Vertriebserfolge im internationalen Geschäft. Am Mittwoch meldete Nordex mehrere Neuaufträge aus der Türkei mit einem Gesamtvolumen von 389 Megawatt.
Die Vereinbarungen umfassen die Errichtung von 56 Windenergieanlagen, deren Umsetzung für die Jahre 2027 bis 2028 vorgesehen ist. Neben der reinen Lieferung und Installation sicherten sich die Hamburger dabei auch mehrjährige Service- und Wartungsverträge.
Bereits am Dienstag hatte der Konzern zusätzliche Abschlüsse vermeldet. In Süd-, Mittel- und Osteuropa verbuchte Nordex Bestellungen über rund 228 Megawatt für insgesamt 35 Windenergieanlagen. Bei diesen Projekten belaufen sich die vereinbarten Laufzeiten der Serviceverträge auf bis zu 25 Jahre, was die Visibilität künftiger Einnahmen im margenstarken Dienstleistungsbereich stärkt.
Zurückhaltende Einstufung von RBC vor Zwischenbericht
Trotz des operativen Momentums blicken einige Branchenbeobachter vorsichtig auf die Bewertung des Unternehmens. Das Analysehaus RBC Capital Markets beließ seine Einstufung für Nordex am Freitag im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen auf „Underperform“ mit einem Kursziel von 36 Euro.
Analyst Mark Fielding begründete seine Haltung damit, dass sich die Umsatzdynamik im Industriegütersektor trotz bestehender konjunktureller Risiken zwar verbessere, das Aufwärtspotenzial für die Papiere auf dem aktuellen Niveau jedoch begrenzt bleibe.
Mit dem Schlusskurs vom Freitag notiert der Titel nun knapp unter dem von RBC veranschlagten Kursziel. Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 38,73 Euro weist das Papier zudem weiterhin einen negativen Abstand von 7,9 Prozent auf.
Veröffentlichung der Quartalszahlen Ende Oktober
Wie sich die rege Nachfrage und die neuen Vertragsabschlüsse in den Finanzkennzahlen niederschlagen, wird sich in wenigen Wochen zeigen. Nordex hat die Veröffentlichung der detaillierten Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 30. Oktober angekündigt. Marktteilnehmer werden diesen Bericht vor allem daraufhin prüfen, inwieweit die Abarbeitung des Auftragsbestands im zweiten Halbjahr profitabel verläuft.
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