Nordex Aktie: 3,1 Gigawatt Rekord-Auftragseingang

Nordex verzeichnet mit 3,1 GW einen Rekord-Auftragseingang im zweiten Quartal 2026, getrieben durch die USA und Großprojekte in Europa.

Auf einen Blick:
  • Rekordwert von 3,1 Gigawatt erreicht
  • Starke Nachfrage aus den USA
  • Großaufträge aus Deutschland und Türkei
  • Halbjahresbericht für Ende Juli erwartet

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex meldet für das abgelaufene zweite Quartal 2026 einen Rekord-Auftragseingang von insgesamt 3,1 Gigawatt (GW). Getrieben wurde diese Entwicklung insbesondere durch eine spürbare Nachfrageerholung im US-amerikanischen Markt sowie durch umfangreiche Großprojekte in Deutschland und der Türkei. Damit setzt das Unternehmen seinen Wachstumskurs vor der Veröffentlichung des Halbjahresberichts Ende Juli fort.

Operative Stärke im Projektgeschäft

Im Segment Projekte, das den Servicebereich nicht umfasst, belief sich der Auftragseingang konkret auf 3.054 Megawatt (MW). Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar, in dem Nordex Aufträge über 2.310 MW verbuchen konnte. Für das gesamte erste Halbjahr 2026 kletterte das Volumen damit auf 4.923 MW. Trotz des Volumenzuwachses blieb das Preisniveau stabil: Der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) wurde mit 0,97 Millionen Euro pro Megawatt angegeben.

Diese operative Dynamik spiegelt sich auch in den jüngsten Einzelabschlüssen wider. So sicherte sich Nordex allein von der UKA Group Aufträge für Onshore-Windparks in Deutschland mit einem Gesamtvolumen von 700 MW. Hinzu kamen Verträge über mehr als 197 MW mit den Projektentwicklern ENOVA und BMR sowie ein Auftrag für einen 20-MW-Windpark des Continental-Reifenwerks in Korbach, der zur industriellen Eigenversorgung dienen soll. Parallel dazu stützt eine anhaltende Hitzewelle in Europa, die laut Berichten von boerse-global.de im Juni und Juli zu einem Rückgang der Windstromeinspeisung um über 28 % führte, die grundsätzliche Nachfrage nach neuen Onshore-Kapazitäten durch die erhöhte Volatilität am Strommarkt.

Marktreaktion und Analystenstimmen

An der Börse notiert die Nordex-Aktie aktuell bei 39,86 Euro, was einem Tagesminus von 2,06 % entspricht. Trotz dieses kurzfristigen Rücksetzers weist der Wert seit Jahresbeginn eine positive Performance von 32,60 % auf. Der Kurs liegt derzeit 9,37 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 36,45 Euro, notiert jedoch 7,68 % unter dem 50-Tage-Schnitt von 43,18 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 51,10 Euro, das am 27. April 2026 erreicht wurde, trennen das Papier rund 22,00 %. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 9,65 Milliarden Euro.

Die Einschätzungen der Analystenhäuser fallen unterschiedlich aus. Leon Mühlenbruch von mwb research bestätigte ein „Hold“-Rating mit einem Kursziel von 44,00 Euro. Er hob zwar die Bedeutung Nordamerikas als Wachstumstreiber hervor, sieht das Aufwärtspotenzial aufgrund der aktuellen Bewertung jedoch als begrenzt an. Optimistischer zeigen sich Jefferies und die Deutsche Bank. Constantin Hesse von Jefferies bekräftigte nach der Analyse der US-Auftragsdynamik seine „Buy“-Einstufung mit einem Kursziel von 58,00 Euro. John Kim von der Deutschen Bank sieht das Kursziel sogar bei 61,00 Euro und beließ seine Empfehlung ebenfalls auf „Buy“.

Ausblick auf die Halbjahreszahlen

Spannung herrscht nun mit Blick auf den 29. Juli 2026, wenn Nordex den vollständigen Halbjahresfinanzbericht vorlegt und eine Analystenkonferenz abhält. Laut Konsensschätzungen, über die finanzen.net berichtet, erwarten Marktbeobachter für das zweite Quartal einen Umsatz von 2,11 Milliarden Euro. Dies entspräche einem Zuwachs von 12,5 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Beim Gewinn je Aktie (EPS) wird ein signifikanter Sprung auf 0,429 Euro prognostiziert, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 0,130 Euro erzielt wurden. Bereits im ersten Quartal 2026 hatte Nordex einen Umsatz von 1,59 Milliarden Euro und ein EPS von 0,23 Euro gemeldet. Zum Stichtag am 31. März 2026 verfügte das Unternehmen über eine Nettoliquidität von 1.518,4 Millionen Euro.

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