Nordex hat den finanziellen Spielraum für die kommenden Jahre massiv erweitert und eine neue revolvierende Kreditfazilität abgeschlossen. Das Unternehmen sicherte sich eine ESG-verknüpfte, syndizierte Multiwährungs-Garantielinie in Höhe von 2,475 Milliarden Euro.
Wie Medienberichte bestätigen, läuft diese Finanzierung bis zum Jahr 2031 und soll primär dazu dienen, die Absicherung für internationale Kundenprojekte im Windkraftsektor zu gewährleisten. Durch die Verknüpfung mit Nachhaltigkeitskriterien unterstreicht der Konzern seine strategische Ausrichtung am ESG-Kapitalmarkt.
Langfristige Projektbindung durch neue Aufträge
Parallel zur finanziellen Absicherung baut das Unternehmen seinen Auftragsbestand weiter aus. Am vergangenen Freitag gab der Windradhersteller den Erhalt eines neuen Auftrags aus Rumänien bekannt. Für den schwedischen Projektentwickler OX2 wird Nordex elf Turbinen liefern und errichten. Besonders relevant für die langfristige Ertragsplanung ist der damit verbundene Servicevertrag, der eine Laufzeit von 35 Jahren umfasst.
Bereits am vergangenen Montag konnte Nordex einen weiteren Erfolg verzeichnen. Die EFG Energy Farming Group bestellte zwölf Onshore-Windturbinen mit einer Gesamtkapazität von rund 82 Megawatt für Standorte in Niedersachsen.
Auch hier sichert sich das Unternehmen durch Serviceverträge über einen Zeitraum von 20 Jahren stetige Einnahmen. Diese Abschlüsse folgen auf einen Großauftrag der türkischen Türkerler Holding über 72 Turbinen, der vor gut drei Wochen gemeldet wurde.
Operative Trendwende bestätigt
Die jüngsten operativen Erfolge stützen die wirtschaftliche Erholung, die sich bereits in den Quartalszahlen abzeichnete. Vor rund einem Monat veröffentlichte Nordex Ergebnisse, nach denen sich das EBITDA auf 224 Millionen Euro verdoppelte.
Bei einem Umsatzplus von 16 Prozent auf etwa 2,2 Milliarden Euro erreichte die operative Marge im zweiten Quartal einen Wert von 10,3 Prozent. Das Management bestätigte daraufhin die Jahresprognose sowie das mittelfristige Ziel einer EBITDA-Marge zwischen 10 und 12 Prozent.
In dieses Bild der operativen Stabilisierung passt das Agieren der Führungsebene: Vor rund zwei Wochen erwarb Vorstandsmitglied Dr. Ilya Hartmann in einer Tranche insgesamt 2.806 Aktien für rund 114.989,88 Euro. Solche Insiderkäufe werden am Markt häufig als Vertrauensbeweis in die künftige Geschäftsentwicklung gewertet.
Marktreaktion und Analysteneinstufungen
Trotz der positiven Nachrichtenlage reagierte die Aktie zuletzt verhalten und verlor am vergangenen Freitag 1,0 Prozent auf 38,52 Euro. Damit notiert das Papier nur noch knapp 0,3 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was die derzeitige Ringen um eine klare technische Richtung verdeutlicht. Seit Jahresbeginn weist der Wert dennoch eine Performance von 32 Prozent auf.
Unter den Analysten herrscht ein geteiltes Bild. Die Investmentbank Barclays hob Mitte August das Kursziel massiv von 15,80 Euro auf 35,00 Euro an, beließ die Einstufung jedoch auf „Equal Weight“. Damit liegt das Ziel weiterhin unter dem aktuellen Kursniveau.
Skeptischer äußerten sich die Experten von RBC Capital Markets, die ihr Kursziel vor gut zehn Tagen von 38,00 Euro auf 36,00 Euro senkten und die Einstufung „Underperform“ beibehielten. Während die operative Dynamik anerkannt wird, mahnen einzelne Häuser aufgrund der erreichten Bewertung weiterhin zur Vorsicht.
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