Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat gestern mit seinen Geschäftszahlen für das zweite Quartal die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen. Besonders die Profitabilität rückte in den Fokus der Anleger, da das Unternehmen erstmals in der jüngeren Konzerngeschichte eine zweistellige operative Marge auf Quartalsebene erreichte. Diese Entwicklung stützte den Aktienkurs, der den gestrigen Handel bei 38,64 € beendete.
Profitabilität erreicht neuen Meilenstein
Im zweiten Quartal 2026 steigerte Nordex seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,3 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat sich dabei auf 224 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Daraus resultiert eine EBITDA-Marge von 10,3 Prozent, nachdem dieser Wert im Vorjahresquartal noch bei 5,8 Prozent gelegen hatte. Unter dem Strich erwirtschaftete der Konzern einen Nettogewinn von 111,5 Millionen Euro, was eine signifikante Steigerung gegenüber den 31 Millionen Euro des Vorjahres darstellt.
Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung war neben einer effizienteren Projektabwicklung auch ein Einmaleffekt aus dem Verkauf der Rotorblattfertigung in Rostock im Rahmen einer Sale-and-Leaseback-Transaktion, die einen Gewinn von 9,1 Millionen Euro beisteuerte. Trotz Herausforderungen bei den Installationen, die unter anderem aufgrund von Verzögerungen bei Rotorblättern in der Türkei auf 1.168 Megawatt sanken, verbesserten sich die finanziellen Kennzahlen in fast allen Bereichen. So stieg die Netto-Liquidität auf einen Rekordwert von 1,67 Milliarden Euro, während die Eigenkapitalquote auf 20,6 Prozent kletterte.
Rekord-Auftragsbestand sorgt für Planbarkeit
Die Dynamik im Neugeschäft hielt im abgelaufenen Quartal unvermindert an. Der Auftragseingang im Segment Projekte stieg um 32 Prozent auf eine Leistung von 3,1 Gigawatt. Dies entspricht einem Auftragswert von rund 3,0 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt Leistung lag dabei mit 0,97 Millionen Euro auf einem stabilen Niveau. In der Folge erreichte der gesamte Auftragsbestand mit 18,4 Milliarden Euro einen neuen historischen Höchststand. Davon entfallen etwa 11,6 Milliarden Euro auf das Projektgeschäft und 6,8 Milliarden Euro auf den Service-Bereich.
Die regionale Verteilung des Orderbuchs zeigt eine starke Konzentration auf den europäischen Markt, der rund 84 Prozent des Volumens ausmacht, gefolgt von Nordamerika mit 13 Prozent. Angesichts dieser vollen Auftragsbücher bestätigte CEO Jose Luis Blanco die Jahresprognose für 2026. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro sowie einer EBITDA-Marge in einer Spanne von 8 bis 11 Prozent. Mittelfristig peilt der Vorstand unverändert eine operative Marge von 10 bis 12 Prozent an.
Analysten bewerten Profitabilitätsschub
In ersten Reaktionen äußerten sich Analysten positiv über die operative Dynamik, mahnten jedoch teils zur Vorsicht hinsichtlich der weiteren Kursentwicklung. Constantin Hesse vom Analysehaus Jefferies hob die gute Visibilität hervor, die durch den hohen Auftragsbestand und die starke Liquiditätsposition untermauert werde. Die Ergebnisse hätten sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis die Konsensschätzungen übertroffen.
Dagegen zeigte sich Colin Moody von RBC etwas zurückhaltender. Zwar lobte er die erzielten Preise je Leistungseinheit, die über den Erwartungen des Marktes lagen, behielt jedoch seine Einstufung „Underperform“ mit einem Kursziel von 38 Euro bei. Er verwies dabei auf potenzielle Risiken wie den Netzausbau in Deutschland. Am Aktienmarkt führten die Nachrichten dazu, dass das Papier den 200-Tage-Durchschnitt von 37,26 € deutlich nach oben durchbrach. Mit dem aktuellen Kursniveau bleibt die Aktie jedoch noch rund 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Ende April bei 51,10 € markiert wurde.
Nordex-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nordex-Analyse vom 30. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Nordex-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nordex-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
