Nordea hat den Aktionären Klarheit verschafft, während der Kurs selbst am Donnerstag zwischen Verlusten und Gewinnen pendelte. Die finnisch-schwedische Bankengruppe legte Zahlen zum zweiten Quartal vor, die im Rahmen der Erwartungen lagen — und beschloss zugleich eine Zwischendividende. Für die Aktie reichte das zunächst nicht für einen klaren Ausbruch: Nach anfänglichen Abgaben drehte der Titel im Handelsverlauf ins Plus und legte um 0,7 Prozent zu.
Vermögensverwaltung gleicht schwächeres Zinsgeschäft aus
Das Zinsgeschäft bleibt für Nordea ein Bremsklotz — der Zinsüberschuss sank im Jahresvergleich leicht. Ausgeglichen wurde das durch die Vermögensverwaltung: Die verwalteten Vermögen kletterten um 16 Prozent auf einen Rekordwert von 505 Milliarden Euro, das Provisionsgeschäft wuchs um 11 Prozent. In Summe stiegen die Erträge um vier Prozent auf rund drei Milliarden Euro.
Der operative Gewinn lag mit gut 1,6 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahreswert. Die Eigenkapitalrendite erreichte 15,9 Prozent, die Kostenquote verbesserte sich von 45,1 auf 44,0 Prozent. Entsprechend hob der Vorstand die Prognose für die Kostenquote 2026 leicht an, auf eine Spanne von 44 bis 45 Prozent statt zuvor rund 45 Prozent. Am Renditeziel von über 15 Prozent Eigenkapitalrendite hält Konzernchef Frank Vang-Jensen fest.
Der Vorstand hat für das erste Halbjahr 2026 eine Zwischendividende von 0,34 Euro je Aktie beschlossen — der erste Teil der Gesamtausschüttung für das Geschäftsjahr, wie es Nordeas Politik mit zwei Zahlungsterminen pro Jahr vorsieht. Der Stichtag ist der 6. August 2026, die Auszahlung soll am 13. August 2026 erfolgen oder so bald wie möglich danach. Die Kernkapitalquote lag zum Quartalsende bei 15,7 Prozent, knapp zwei Prozentpunkte über der regulatorischen Anforderung — Spielraum, den das Management für weiteres Kreditwachstum und Kapitalrückführungen nutzen will.
Barclays vermisst Neuigkeiten zum Rückkauf
An den nackten Zahlen hatten die Analysten von Barclays nichts auszusetzen, fanden aber auch keine großen Überraschungen. Enttäuschend sei vor allem, dass es keine neuen Informationen zum laufenden Aktienrückkaufprogramm gegeben habe. Unter den europäischen Bankwerten sehe man derzeit aussichtsreichere Alternativen.
Nordea selbst betont die solide Kreditqualität: Die Risikovorsorge für Kreditausfälle blieb mit 61 Millionen Euro deutlich unter der langfristigen Zielmarke. Das Unternehmenskreditgeschäft wuchs um 9 Prozent, ein Signal für anhaltende Investitionsbereitschaft nordischer Firmen trotz der geopolitischen Unsicherheiten durch den Nahost-Konflikt. Die zweite Dividendenrate für das Gesamtjahr dürfte im kommenden Frühjahr zur Sprache kommen, sobald der Vorstand die Jahreszahlen vorlegt.
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