Es war der Iran-Krieg, der Nordeas Zinshändlern im März den Boden unter den Füßen wegzog. Die Märkte hatten ihre Erwartungen für Euro- und Schwedenkronen-Zinsen schlagartig nach oben geschraubt, und die Trader der Helsinkier Bank standen auf der falschen Seite dieser Bewegung.
Vom Krieg kalt erwischt
Nordea selbst spricht in seinem Quartalsbericht von „außergewöhnlichen Verlusten an bestimmten Handelstischen durch unerwartete, scharfe Anstiege“ bei den Zinserwartungen. Das Ergebnis: Der Net-Fair-Value-Beitrag aus Treasury und Market Making brach von 77 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 19 Millionen Euro ein. Das ist kein kleines Minus, das ist mehr als eine Halbierung.
Solche Verluste passieren. Aber sie passieren eben dann, wenn ein geopolitisches Ereignis die Zinserwartungen innerhalb weniger Tage vollständig dreht und Positionen, die zuvor vernünftig aussahen, plötzlich nicht mehr passen.
Nordea Bank Abp Aktie Chart
Der Rest des Quartals? Ordentlich
Was auffällt: Abseits dieser Handelspatzer lief das erste Quartal für Nordea gar nicht schlecht. Der Umsatz lag bei 1,76 Milliarden Euro, das sind zwar 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr, aber der Gewinn je Aktie kam auf 0,36 Euro. Die Eigenkapitalrendite hielt sich bei 15,4 Prozent, nach 15,7 Prozent ein Jahr zuvor. Kein Einbruch, eher ein leichtes Abschleifen.
Die CET1-Quote stand zum Quartalsende bei 15,7 Prozent, gut 1,9 Prozentpunkte über der regulatorischen Anforderung. Das ist Puffer, und zwar ordentlich viel davon.
Ausblick bleibt stehen
Nordea hält demnach an seinem Jahresausblick für 2026 fest: Eigenkapitalrendite von mehr als 15 Prozent, Cost-Income-Ratio von rund 45 Prozent. Das Management lässt sich von den März-Verlusten offenbar nicht beirren, zumindest nicht in der offiziellen Kommunikation.
Ob die Zinshändler inzwischen ihre Positionen angepasst haben, verrät der Quartalsbericht nicht. Man darf es hoffen.
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