Nokia: Kristen Pressner kauft 66.324 Aktien

Trotz deutlichem Kursverlust kaufen Nokia-Manager eigene Aktien. Die starken Quartalszahlen und die angehobene Prognose können die Börse bislang nicht überzeugen.

Auf einen Blick:
  • Manager kaufen Aktien trotz Kursrutsch
  • Starke Q2-Zahlen, Prognose angehoben
  • Analysten uneins über Nokia-Aktie
  • Kapitalstruktur technisch angepasst

Während der Kurs von Nokia seit dem Rekordhoch im Juni deutlich zurückgekommen ist, haben mehrere Führungskräfte des Konzerns in den vergangenen Wochen eigene Aktien gekauft. Der Zeitpunkt fällt in eine Phase, in der das Unternehmen operativ Fortschritte meldet, die Börse die Papiere aber dennoch abverkauft hat.

Am Freitag schloss die Nokia-Aktie bei 8,15 Euro und gab um 1,09 Prozent nach. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 21,97 Prozent, zum 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro vom 3. Juni fehlen der Aktie mittlerweile 45,56 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier trotz der jüngsten Schwäche noch immer mit 45,80 Prozent im Plus.

Manager greifen zu

Mitte des Sommers haben gleich mehrere Führungskräfte nachgekauft. Am 29. Juli erwarb die Senior-Managerin Kristen Pressner 66.324 Nokia-Aktien, ihr Kollege Mikko Hautala kaufte 7.103 Stück – beide zu einem Preis von 7,8402 Euro je Aktie an der Handelsplattform XHEL. Bereits am 24. Juli hatte Verwaltungsratsmitglied Timo Ihamuotila über mehrere Handelsplätze hinweg Aktien erworben, unter anderem 24.340 Stück zu 8,4449 Euro auf der Venue BEUP, ergänzt durch weitere Käufe auf den Plattformen CEUD, CEUX, SGMV und XHEL. Solche Insiderkäufe gelten an den Märkten häufig als Signal, dass das Management den aktuellen Kurs für zu niedrig hält.

Am Freitag meldete Nokia zudem eine technische Anpassung der Kapitalstruktur: 957.142 eigene Aktien wurden ohne Gegenleistung an Teilnehmer der aktienbasierten Vergütungsprogramme übertragen. Damit hält Nokia Corporation nun noch 87.626.482 eigene Aktien.

Starke Zahlen, gespaltene Reaktion

Der Kursrückgang der vergangenen Wochen steht im Kontrast zu den Geschäftszahlen, die Nokia am 23. Juli vorgelegt hatte. Der Nettoumsatz im zweiten Quartal wuchs währungsbereinigt um 9 Prozent, die Bruttomarge kletterte um 70 Basispunkte auf 46 Prozent, die operative Marge um ebenfalls 70 Basispunkte auf 9 Prozent. Der Auftragseingang im Bereich KI und Cloud erreichte 2,8 Milliarden Euro. Konzernchef Justin Hotard sprach von einer breit angelegten Stärke, da sich Nokia sowohl im Optical- als auch im IP-Networks-Geschäft langfristige Aufträge sicherte.

Nokia hob daraufhin die Prognose für das vergleichbare operative Ergebnis auf eine Spanne von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro an, zuvor lag sie bei 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro. Der Finanzchef wies allerdings darauf hin, dass die Anhebung teilweise auf eine Umklassifizierung eingestellter Geschäftsbereiche zurückgeht und nicht ausschließlich operativer Natur ist. Für das dritte Quartal rechnet Nokia mit einem Anstieg des Nettoumsatzes zwischen 3 und 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal, das operative Ergebnis dürfte wegen der Phasing-Effekte im Softwaregeschäft weitgehend stabil bleiben. Das Management erklärte, man starte mit Rückenwind ins zweite Halbjahr und erwarte, den Mittelwert der Ergebnisprognose leicht zu übertreffen.

Parallel dazu ordnete Nokia sein Portfolio neu: Die Sparten Fixed Wireless Access CPE und Enterprise Campus Edge wurden als eingestellte Geschäftsbereiche klassifiziert. Für das CPE-Geschäft steht bereits eine Vereinbarung mit Inseego, für Enterprise Campus Edge gilt ein Verkauf laut Unternehmensangaben als sehr wahrscheinlich. Zugleich beschleunigt Nokia die Integration seiner China-Aktivitäten nach der vollständigen Übernahme von Nokia Shanghai Bell und peilt den Abschluss binnen zwei statt drei Jahren an, verbunden mit Integrationskosten von 350 Millionen Euro bis Ende 2026. Die geplanten Restrukturierungskosten für 2026 wurden auf rund 800 Millionen Euro angehoben, wobei Nokia weiterhin das obere Ende seines Einsparziels erreichen will.

Analysten uneins

Die Reaktion der Analysten auf die Zahlen fiel gemischt aus. Deutsche Bank senkte am 27. Juli ihr Kursziel für Nokia von 13,50 auf 11,50 Euro, hielt aber an der Kaufempfehlung fest. Barclays bewertete die Aktie am selben Tag weiterhin skeptisch mit einer Verkaufsempfehlung. Weitere Häuser positionierten sich in den Tagen danach neutral, sodass insgesamt ein uneinheitliches Bild bleibt. Kommentatoren beschrieben die Kursreaktion nach den Quartalszahlen als Zeichen dafür, dass hohe Erwartungen an das KI-Geschäft auf eine nüchternere Realität getroffen seien.

Mit einer Marktkapitalisierung von 46,48 Milliarden Euro und einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von knapp 70 Prozent bleibt die Nokia-Aktie ein Papier mit ausgeprägten Kursschwankungen. Der RSI von 38,4 signalisiert dabei keine extreme Überverkauft-Situation, deutet aber auf anhaltenden Verkaufsdruck der vergangenen Wochen hin.

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