Nokia treibt seine internationale Expansion abseits der Indexrückkehr voran. Am Dienstag eröffnete der finnische Netzwerkausrüster in Riad ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum, das KI-gestützte Automatisierungs- und Orchestrierungssoftware für Netzwerke entwickeln soll. Der Standort richtet sich sowohl an Kunden in Saudi-Arabien als auch international.
Die Ansiedlung in der saudischen Hauptstadt fügt sich in eine Reihe von Schritten, mit denen Nokia seine Softwaresparte rund um Netzwerkautomatisierung ausbauen will. Solche Zentren gelten in der Branche als Signal, dass ein Unternehmen enger an lokale Märkte und staatliche Digitalisierungsprogramme andocken will – im Golfstaat ein politisch gewolltes Ziel.
Partnerschaft mit BeeHealthy als weiterer Baustein
Parallel dazu meldete Nokia am Donnerstag eine Kooperation mit dem finnischen Unternehmen BeeHealthy Oy. Ziel ist es, die sogenannte Network-as-Code-Technologie von Nokia in digitale Gesundheitsanwendungen von BeeHealthy zu integrieren. Damit erschließt sich der Konzern ein weiteres Anwendungsfeld für seine Softwareplattformen, das über das klassische Telekom-Infrastrukturgeschäft hinausgeht.
Beide Nachrichten aus der vergangenen Woche zeigen, dass Nokia sein Wachstum nicht allein auf den Ausbau klassischer Netzwerkausrüstung stützt, sondern gezielt Softwaredienste und neue Branchenkontakte sucht. Für Anleger ist das insofern relevant, als der Konzern damit zusätzliche Ertragsquellen jenseits des margenschwächeren Hardwaregeschäfts aufbaut.
Kursreaktion bleibt moderat
An der Börse zeigte sich am heutigen Montag eine spürbare Bewegung: Die Nokia-Aktie legte um 3,3 Prozent zu und notiert bei 9,00 Euro, nach einem Schlusskurs von 8,71 Euro am Freitag. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Anstieg auf 11 Prozent. Seit Jahresbeginn steht bei der Aktie ein Plus von 61 Prozent zu Buche – ein deutlicher Vorsprung, der die Erwartungen an das Unternehmen unterstreicht.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,97 Euro, erreicht Anfang Juni, ist das Papier weiterhin rund 40 Prozent entfernt. Diese Distanz relativiert die jüngste Rally und zeigt, dass die Aktie trotz der starken Jahresentwicklung noch deutlich unter ihren Höchstständen notiert.
Einordnung für Anleger
Die Kombination aus geografischer Expansion in den Nahen Osten und branchenfremder Diversifikation in den Gesundheitssektor deutet darauf hin, dass Nokia sein Softwaregeschäft strategisch verbreitern will.
Ob sich diese Initiativen kurzfristig in Umsatzzahlen niederschlagen, bleibt zunächst offen – beide Meldungen sind Kooperationen und Standorteröffnungen, keine bezifferten Vertragsabschlüsse. Für die mittelfristige Positionierung des Konzerns als Software- und Infrastrukturanbieter liefern sie dennoch ein klares Signal Richtung Diversifizierung.
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