Nokia-Aktie: Wo jetzt extreme Gefahr lauert!

Nokia stellt Genome Shield vor, eine KI-gestützte Abwehr gegen Angriffe aus kompromittierten Heimgeräten.

Auf einen Blick:
  • Vorstellung von Genome Shield
  • Schutz vor Residential Proxy Botnets
  • Vierstufiges Abwehrsystem
  • Erster Kunde in Betrieb

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia hat am Dienstag mit Deepfield Genome Shield ein neues Sicherheitssystem vorgestellt, das Telekommunikationsanbieter, Rechenzentren und Internet-Knotenpunkte vor einer fundamental veränderten Bedrohungslage schützen soll.

Nokia-Aktie: Angriffe kommen jetzt aus dem Heimnetzwerk der Nachbarn

Das Kernproblem, das Genome Shield adressiert, hat sich im vergangenen Jahr grundlegend gewandelt. Klassische Abwehrsysteme basieren auf der Annahme, dass schädlicher Datenverkehr aus bekannten, verdächtigen Quellen stammt.

Diese Annahme gilt laut Nokia nicht mehr: Sogenannte Residential Proxy Botnets missbrauchen heute geschätzt 200 Millionen gewöhnliche Heimgeräte weltweit – Router, Smart-TV-Geräte, Webcams – deren Besitzer nichts davon wissen. Aus diesen Geräten werden koordinierte Angriffe gestartet, die sich über Tausende wechselnde IP-Adressen verteilen und in Sekundenbruchteilen Datenmengen im Multi-Terabit-Bereich erzeugen können. Herkömmliche Abwehrsysteme, die erst auf einen laufenden Angriff reagieren, kommen gegen diese Geschwindigkeit nicht mehr an.

Nokia-Aktie: Vier Schutzschichten arbeiten dauerhaft und automatisch

Genome Shield begegnet dieser Bedrohung laut Nokia mit einem vorausschauenden Ansatz: Anstatt auf Angriffe zu reagieren, werden bekannte Bedrohungsquellen kontinuierlich überwacht und blockiert, bevor ein Angriff überhaupt beginnt.

Die Grundlage bildet Nokias Secure Genome, eine Datenbank mit Informationen zu mehr als fünf Milliarden Internetendpunkten, die laufend aktualisiert wird. Ergänzt wird diese durch Erkenntnisse aus einem eigenen Testlabor, in dem Nokia aktive Schadsoftware und Botnet-Steuersysteme analysiert.

Das System gliedert sich in vier Funktionsbereiche: Unterbrechung der Steuerungskommunikation von Botnets, automatische Drosselung von Angriffsdatenverkehr, anpassbare Schutzregeln über offene Programmierschnittstellen sowie ein Überwachungs-Dashboard für gefährdete Geräte und aufkommende Bedrohungstrends. Erster Kunde ist der libanesische Netzwerkbetreiber Red Dot Technologies, der das System bereits im produktiven Betrieb einsetzt.

Zur Einordnung: Genome Shield ist ein weiteres Signal, dass Nokia sein Sicherheitsportfolio gezielt für die KI-Ära ausbaut. Da KI-Systeme zunehmend auf saubere, zuverlässige Netzwerkdaten angewiesen sind, wird Netzwerksicherheit zur Grundvoraussetzung für den Betrieb moderner KI-Infrastruktur – ein Markt, in dem Nokia mit seiner tiefen Netzwerkexpertise eine strukturell starke Ausgangsposition besitzt.

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