Nokia steht vor Verhandlungen über einen Stellenabbau am finnischen Heimatstandort. Wie das Unternehmen gestern bestätigte, könnten im Rahmen eines Restrukturierungsprozesses bis zu 253 Arbeitsplätze wegfallen. Die Gespräche betreffen die Standorte Espoo, Tampere sowie Oulu und sollen am 12. Oktober beginnen.
Der Telekommunikationsausrüster reagiert damit auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Branche und will seine betrieblichen Abläufe straffen. Die Verhandlungen markieren einen weiteren Schritt, um die Kostenbasis in den heimischen Entwicklungszentren anzupassen.
An den Finanzmärkten sorgte die Nachricht für Zurückhaltung. Die Nokia-Aktie schloss gestern mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 9,60 Euro. Investoren wägen derzeit die Einsparbemühungen im Kerngeschäft gegen die Wachstumschancen in neuen Segmenten ab.
Analystenurteil und neuer Auftrag in Brasilien
Am Dienstag nahm Barclays die Bewertung des Netzwerkausrüsters unter die Lupe. Das Analysehaus beließ seine Einstufung auf „Sell“, hob das Kursziel für den Titel jedoch von 8,00 Euro auf 8,50 Euro an. Medienberichten zufolge signalisiert dieser Schritt eine leichte Anpassung, spiegelt jedoch weiterhin Skepsis wider.
Gleichzeitig verbucht Nokia operative Fortschritte im internationalen Projektgeschäft. Ebenfalls am Dienstag meldete der Konzern den Zuschlag der brasilianischen Forschungsorganisation RNP. Gemeinsam mit Q13 soll Nokia das Bildungsnetzwerk rede Ipê modernisieren und mehrere Millionen Nutzer anbinden.
Strategische Fokussierung und Satellitenfunk
Neben den personellen Verhandlungen ordnet das Management auch das Produktportfolio neu. Inseego schloss Anfang Oktober die Übernahme von Nokias Geschäftsfeld für festen drahtlosen Netzzugang ab. Nokia erhielt im Gegenzug rund 1,9 Millionen Inseego-Aktien und sagte eine weitere Barzahlung von 10 Millionen $ zu.
Die Transaktion unterstreicht das Bestreben, Randaktivitäten abzugeben und die Ressourcen auf margenstärkere Geschäftsfelder zu bündeln.
Neue Perspektiven soll zudem eine Kooperation im Bereich der Raumfahrt eröffnen. Zusammen mit dem Raumfahrtunternehmen ICEYE entwickelt Nokia Breitband-Satellitenkommunikation in niedrigen Erdumlaufbahnen für staatliche Missionen. Der Start der ersten Kommunikationssatelliten dieses Programms ist für das Jahr 2028 geplant.
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