Nokia Aktie: SEB hebt auf Buy an

Bank of America und SEB erhöhen Kursziele, S&P verbessert Ausblick. KI-Geschäft treibt Optimismus trotz volatiler Aktie.

Auf einen Blick:
  • Kursziele von Analysten erhöht
  • S&P-Ausblick auf Positiv angehoben
  • KI-Segment verdoppelt nahezu Umsatz
  • Aktie bleibt unter 52-Wochen-Hoch

Nokia bekommt in dieser Woche gleich mehrfach Rückenwind von der Wall Street. Bank of America und der schwedische Finanzdienstleister SEB Equities haben ihre Einschätzungen zur Aktie angehoben, während S&P Global Ratings den Ausblick für den finnischen Netzwerkausrüster verbessert hat. Der Kurs selbst zeigt sich davon zuletzt unbeeindruckt: Am Donnerstag schloss das Papier bei 8,24 Euro, ein Minus von 1,01 Prozent gegenüber dem Vortag.

Kursziele nach oben korrigiert

Bank of America hob ihr Kursziel für Nokia zu Beginn dieser Woche auf 18,50 US-Dollar an, zuvor lag die Marke bei 18 US-Dollar. Die Einstufung Buy bestätigte das Haus dabei und begründete den Schritt mit dem außergewöhnlich hohen Auftragsbestand im KI-Geschäft des Unternehmens. SEB Equities ging noch einen Schritt weiter und stufte Nokia von Hold auf Buy hoch, verbunden mit einem neuen Kursziel von 12 Euro. Die Analysten erwarten demnach eine Beschleunigung des Wachstums durch die steigende Nachfrage aus dem KI- und Cloud-Segment.

S&P sieht Spielraum für weitere Aufwertung

Auch die Ratingagentur S&P Global Ratings zeigte sich zuversichtlicher. Ende Juli hob sie den Ausblick für Nokia von Stabil auf Positiv an, die Bonitätsnote selbst beließ die Agentur bei BBB- im langfristigen und A-3 im kurzfristigen Bereich. S&P stellte eine mögliche Anhebung um eine Notch innerhalb der kommenden 24 Monate in Aussicht, sofern Nokia seine Kostenbasis im Griff behält und von der Nachfrage nach KI- und Cloud-Infrastruktur weiter profitiert.

Grundlage bleibt das KI-Geschäft

Der Optimismus der Analysten und der Ratingagentur stützt sich auf die Geschäftsentwicklung, die Nokia zuletzt vorgelegt hat. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Nettoumsätze um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das Segment AI & Cloud verdoppelte seinen Umsatz nahezu und verbuchte einen Auftragseingang von 2,8 Milliarden Euro. Auch bei Optical Networks und IP Networks legte das Geschäft mit 20 beziehungsweise 16 Prozent deutlich zu. Für das Gesamtjahr peilt Nokia inzwischen einen Gewinn von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro an. Gleichzeitig fiel der freie Cashflow im zweiten Quartal mit minus 732 Millionen Euro negativ aus, ein Punkt, den Anleger im Blick behalten dürften.

Parallel dazu treibt Nokia den Umbau seiner Fertigungskapazitäten voran. Wie das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht bekanntgab, soll die Produktion am Standort San Jose im vierten Quartal 2026 hochgefahren werden, während die Testkapazitäten in Pennsylvania ab dem dritten Quartal verzehnfacht werden sollen. Zugleich stufte Nokia die Geschäftsbereiche Fixed Wireless Access CPE und Enterprise Campus Edge als aufgegebene Aktivitäten ein und vereinbarte den Verkauf des CPE-Geschäfts an Inseego.

Kursverlauf bleibt volatil

Trotz der positiven Signale von Analystenseite bleibt der Kurs von seinen Höchstständen weit entfernt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,97 Euro trennen die Aktie derzeit 44,96 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 47,41 Prozent, was die enorme Schwankungsbreite des Papiers in diesem Jahr unterstreicht. Für Anleger bleibt damit die Frage im Raum, ob die aufgehellten Einschätzungen von Analysten und Ratingagentur die jüngste Kursschwäche beenden können, oder ob der Markt die operative Entwicklung erst noch nachvollziehen muss. Die nächste Standortbestimmung liefern die Nokia-Quartalszahlen zum dritten Quartal 2026, die für den 22. Oktober angesetzt sind.

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