Nokia baut seine Präsenz im Nahen Osten aus. In Riad hat der finnische Netzwerkausrüster ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet, das sich auf KI-gestützte Automatisierung von Kommunikationsnetzen konzentriert. Es ist Nokias erste derartige Einrichtung in Saudi-Arabien.
Software, die Netze selbst heilt
Im neuen Zentrum entsteht Software, die Netzwerke automatisch konfiguriert, Störungen selbstständig behebt, die Leistung optimiert und den Energieverbrauch senkt — mit möglichst wenig menschlichem Eingriff. Im Fokus stehen Technologien wie Service Management and Orchestration, Self-Organizing Networks, Autopilot und rApps. Parallel dazu erforschen die Teams vor Ort bereits KI-native 6G-Technologien für die nächste Mobilfunkgeneration.
Die „Made in Saudi“-Software soll nicht nur lokal, sondern auch international bei Nokia-Kunden zum Einsatz kommen. Das Projekt geht auf eine Vereinbarung zurück, die Nokia-Chef Justin Hotard bereits Anfang des Jahres mit dem saudischen Kommunikationsminister getroffen hatte. Es fügt sich in die Vision 2030 des Königreichs ein, mit der Riad seine Wirtschaft technologisch unabhängiger und innovationsgetriebener aufstellen will.
Für Nokia ist das mehr als eine reine Standorterweiterung. Das Zentrum soll Ingenieurs- und Forschungsstellen schaffen und über Trainingsprogramme, Bootcamps sowie Zertifizierungen gezielt saudisches Fachpersonal in KI und Automatisierung ausbilden.
Charttechnik bremst die Euphorie
An der Börse hielt sich die Reaktion in Grenzen. Die Nokia-Aktie notierte in Helsinki rund ein Prozent leichter bei 8,64 Euro. Charttechnisch befindet sich das Papier in einer heiklen Phase: Nach einer Korrektur, die einen Großteil vorheriger Kursgewinne aufgezehrt hatte, stabilisierte sich der Kurs an der 200-Tage-Linie. Die aktuelle Erholung trifft nun auf einen wichtigen Widerstandsbereich, während die 50-Tage-Linie noch nicht zurückerobert wurde.
Das neue Zentrum in Riad reiht sich in Nokias Strategie ein, sich als Infrastrukturanbieter für den globalen KI-Ausbau zu positionieren. Ob sich diese Ausrichtung auch charttechnisch durchsetzt, hängt zunächst davon ab, ob die Aktie den Widerstand über der 200-Tage-Linie überwindet und die 50-Tage-Linie zurückerobert.
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