Nokia wächst im dritten Quartal schneller als erwartet, bremst sich aber gleichzeitig selbst: Der Konzern beschleunigt seinen Umbau und kappt die Prognose für die Cash-Umwandlung. Der Gewinn je Aktie auf Basis der berichteten Zahlen liegt deshalb deutlich unter dem bereinigten Wert.
KI-Kunden treiben das Wachstum
Der Umsatz stieg auf 5,15 Milliarden Euro, währungsbereinigt ein Plus von 9 Prozent. Motor ist die Sparte Network Infrastructure mit 15 Prozent Wachstum. Dort legten IP Networks um 43 Prozent und Optical Networks um 18 Prozent zu.
Die Umsätze mit KI- und Cloud-Kunden wuchsen um 123 Prozent, der Auftragseingang um 118 Prozent. Neue Bestellungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro kamen aus diesem Segment. Mobile Infrastructure steuerte ein Plus von 5 Prozent bei, zum Teil durch vorgezogene Erlöse aus dem vierten Quartal.
Die bereinigte operative Marge verbesserte sich um 2,2 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie aus fortgeführten Geschäften erreichte 0,09 Euro.
Umbau drückt die berichteten Zahlen
Die berichtete operative Marge fiel dagegen auf 3,8 Prozent, ein Minus von 1,6 Punkten. Grund sind vorgezogene Restrukturierungs- und Integrationskosten. Der berichtete Gewinn je Aktie liegt bei 0,03 Euro.
Nokia hebt die Restrukturierungskosten für 2026 auf 1,1 Milliarden Euro an. Die damit verbundenen Mittelabflüsse sollen bei 800 bis 900 Millionen Euro liegen. Das Management will Abläufe und Standorte straffen, um die operative Hebelwirkung zu erhöhen.
Hinzu kommt zusätzliches Working Capital: Nokia investiert in diesem Jahr weitere 400 Millionen Euro, um Lieferungen zu sichern und das Wachstum 2027 vorzubereiten. Die Cash-Conversion aus dem bereinigten operativen Gewinn senkt der Konzern deshalb auf 35 bis 55 Prozent. Marktteilnehmer dürften diesen Punkt genau beachten.
Ausblick und Dividende
Das Ziel für den bereinigten operativen Gewinn 2026 bleibt bei 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro. Für das Schlussquartal rechnet Nokia mit einem Umsatzplus von 20 bis 24 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Jahresgewinn soll dann oberhalb der Mitte der Zielspanne landen.
Für 2027 peilt der Vorstand ein kombiniertes Wachstum von 25 bis 30 Prozent bei Optical und IP Networks an. Die Integration von Infinera soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, ein Jahr früher als geplant, mit 200 Millionen Euro Nettosynergien.
Der Verwaltungsrat hat zudem eine Dividende von 0,03 Euro je Aktie beschlossen. Stichtag ist der 27. Oktober, ausgezahlt wird am 5. November. Die nächsten Zahlen legt Nokia am 28. Januar 2027 vor.
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