Nokia und Google Cloud weiten ihre Zusammenarbeit aus. Im Mittelpunkt steht die Integration von Googles Gemini-Modellen in Nokias Netzwerksoftware — konkret in das Nokia Assurance Center, das Telekommunikationsanbieter beim Management komplexer Multi-Vendor-IP-Netzwerke unterstützt.
KI-Agenten für autonome Netze
Das Ziel: vollständig autonome Netzwerke, die sich selbst überwachen und optimieren. Gemini-basierte KI-Agenten sollen dabei die Kerntechnologie liefern. Nokia positioniert sich damit als Plattform, auf der andere Unternehmen aufbauen können — gestützt auf eigene Patente und Konnektivitäts-Know-how.
Die Partnerschaft mit Google ist kein Einzelfall. Nokia arbeitet parallel mit NVIDIA an einem KI-Grid und an KI-gestützten Funkzugangsnetzen (AI-RAN). Feldversuche plant Nokia für Ende 2026. Hinzu kommt ein „Agentic AI“-Framework für die Network Services Platform, das ebenfalls bis Jahresende kommerziell verfügbar sein soll.
Kurs mit Rückenwind — aber unter Jahreshoch
Die Nokia-Aktie legte am Montag um gut drei Prozent auf 12,32 Euro zu. Auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als verdreifacht — ein Plus von rund 121 Prozent seit Jahresanfang. Vom Jahreshoch bei 14,97 Euro, das Anfang Juni markiert wurde, ist die Aktie allerdings noch knapp 18 Prozent entfernt.
Die Kooperation mit Google dürfte Nokias Argumentation gegenüber Netzbetreibern stärken: Wer auf Nokia-Software setzt, bekommt künftig direkt Zugang zu einem der leistungsfähigsten KI-Modelle am Markt. Ob das reicht, um das Jahreshoch wieder anzusteuern, hängt davon ab, wie schnell Nokia die angekündigten Produkte in konkrete Verträge ummünzen kann — erste Hinweise darauf könnten die Ergebnisse zum dritten Quartal liefern.
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