Nokia baut seine Kooperation mit Microsoft aus – diesmal geht es um die Datengrundlage für autonome Mobilfunknetze. Die beiden Konzerne verknüpfen die Nokia Data Suite mit Microsoft Fabric und wollen damit Telekomanbietern den Weg zu KI-gesteuertem Netzbetrieb ebnen. Für Nokia ist das ein weiterer Baustein in der Strategie, sich als Infrastrukturanbieter für KI-native Netze zu positionieren.
Von Wochen zu Minuten
Der Kern der Partnerschaft: Netzbetreiber sollen künftig in Minuten statt Wochen auf verlässliche, aufbereitete Daten zugreifen können. Die Nokia Data Suite liefert dafür fertige, telekomspezifische Datenprodukte mit transparenten Qualitätskontrollen, Microsoft Fabric steuert die Analyse- und KI-Werkzeuge bei, darunter Power BI und Copilot-Anwendungen.
Die Lösung ist für Multi-Vendor-Umgebungen und hybride Infrastrukturen ausgelegt, läuft also sowohl in der Cloud als auch on-premises. Das soll Betreibern erlauben, regulatorische Vorgaben einzuhalten und gleichzeitig KI-Strategien voranzutreiben.
Konkret nennt Nokia erste Anwendungsfälle: autonome Sprachqualitätsüberwachung im 5G-Netz (VoNR), sogenannte Geo-Experience-Analysen zur Lokalisierung von Netzproblemen sowie vorausschauende Wartung, bei der Systeme Störungen erkennen sollen, bevor Kunden sie überhaupt bemerken.
Ein weiterer Mosaikstein
Die Ankündigung reiht sich in eine Serie von KI- und Automatisierungsinitiativen ein, mit denen Nokia in den vergangenen Monaten sein Profil als Netztechnologie-Anbieter der nächsten Generation geschärft hat. Anders als große Übernahmen oder Zahlenwerke liefert diese Partnerschaft keinen unmittelbaren Kurstreiber – sie ist eher strategischer Natur und zielt auf langfristige Kundenbindung im Bereich autonomer Netzbetrieb ab.
Ob sich aus der Kooperation konkrete neue Vertragsabschlüsse mit Netzbetreibern ergeben, bleibt zunächst offen. Die Lösung ist ab sofort verfügbar, weitere Anwendungsfälle und Kundenprojekte sollen nach Angaben beider Unternehmen sukzessive folgen.
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