Gleich mehrere Nokia-Manager haben in den vergangenen Wochen eigene Mittel in Aktien des Konzerns investiert — und das zu Kursen, die teils über dem aktuellen Niveau liegen. Das signalisiert internes Vertrauen in eine Strategie, die Nokia gerade grundlegend verändert.
Führungskräfte greifen zu
Senior Managerin Victoria Hanrahan kaufte Ende Mai insgesamt 44.682 Nokia-Aktien an der New Yorker Börse. Für die erste Tranche am 26. Mai zahlte sie 16,02 USD je Aktie, für die zweite am 28. Mai 15,60 USD. Zusammen investierte sie rund 706.000 USD.
Sie steht nicht allein. CEO Justin Hotard erwarb 84.404 Aktien zu durchschnittlich 9,15 EUR. Boardmitglied Timo Ihamuotila kaufte 50.000 Stück zu 9,10 EUR. Chief Development Officer Owczarek griff ebenfalls zu — 70.000 Aktien zu Preisen zwischen 15,34 und 15,99 EUR.
Bemerkenswert: Hanrahan und Owczarek zahlten mehr als der aktuelle Kurs von 13,11 EUR hergibt. Trotzdem hat die Nokia-Aktie in den vergangenen zwölf Monaten rund 183 Prozent zugelegt — einer der stärksten Anstiege im europäischen Telekomsektor.
KI als Wachstumsmotor
Der Grund für das Vertrauen liegt in Nokias strategischer Neupositionierung im KI-Infrastrukturmarkt. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Umsätze mit KI- und Cloud-Kunden um 49 Prozent. Dieser Bereich macht inzwischen acht Prozent des Gesamtumsatzes aus. Nokia sicherte sich im Quartal außerdem Bestellungen von einer Milliarde EUR aus diesem Segment.
Treiber ist vor allem das Netzwerkinfrastrukturgeschäft. Die Sparte wuchs um sechs Prozent, angetrieben von einem Anstieg der Optical-Networks-Umsätze um 20 Prozent. Nokia betreibt inzwischen ein eigenes KI-Netzwerk-Innovationslabor, um gemeinsam mit Cloud-Partnern neue Lösungen zu entwickeln.
Nvidia-Milliarde als Rückenwind
Im Oktober 2025 investierte Nvidia eine Milliarde USD in Nokia. Das Ziel: KI-gestützte 5G-Netzwerke und Cloud-Infrastruktur gemeinsam voranzutreiben. Nvidia-Technologie soll künftig in Nokias Telekominfrastruktur laufen — und den Weg zu 6G-Systemen ebnen.
Parallel integriert Nokia die Übernahme von Infinera, um seine Position in Rechenzentren und KI-Netzwerken weiter auszubauen. Der Gesamtumsatz legte im ersten Quartal um vier Prozent zu — auf vergleichbarer Basis, bereinigt um Währungseffekte.
Der nächste Gradmesser für diese Strategie folgt mit den Zahlen zum zweiten Quartal, die zeigen werden, ob das KI-Segment seinen Wachstumskurs halten kann.
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