Nokia-Aktie: Analysten ziehen die Reißleine!

Zwei Großbanken stufen Nokia nach starkem Kursanstieg herab und sehen begrenztes Aufwärtspotenzial. Der Quartalsbericht Ende April wird zur Richtungsentscheidung.

Auf einen Blick:
  • Santander und SEB senken ihre Empfehlungen
  • Kursziele deutlich unter aktuellem Niveau
  • Aktie nach Rallye technisch überkauft
  • Quartalszahlen Ende April entscheidend

Nokia hatte gerade sein 52-Wochen-Hoch bei 8,66 Euro erreicht — da schlugen zwei Großbanken gleichzeitig zu.

Santander stufte die Aktie am 15. April von „Outperform“ auf „Underperform“ herab und setzte das Kursziel auf 6,85 Euro. Die Begründung: Die jüngste Sektor-Rally habe die Bewertung von den tatsächlichen Wachstumsfundamentalen entkoppelt, während die Nachfrage im Telekommarkt strukturell schwächelt. SEB Equities folgte mit einer Abstufung von „Buy“ auf „Hold“ und einem Kursziel von 7,40 Euro — auch hier der Tenor: Das Aufwärtspotenzial sei bei aktuellen Kursen begrenzt.

Starker Lauf, hohe Erwartungen

Der Kontext erklärt die Nervosität. Nokia hatte zwischen Ende März und Mitte April rund 24 Prozent zugelegt — ein Lauf, der das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf etwa 38,5 getrieben hat. Für einen Hardwarehersteller in einem trägen Marktumfeld ist das eine ambitionierte Kennzahl. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus sogar knapp 53 Prozent, über zwölf Monate fast 89 Prozent. Der RSI von 69 signalisiert, dass die Aktie technisch in überkauftes Terrain geraten ist.

Die ADRs gaben am Mittwoch rund 3,2 Prozent nach. Aktuell notiert die Aktie bei 8,51 Euro — knapp 1,7 Prozent unter dem frischen Allzeithoch.

Nokia Oyj Aktie Chart

AI-RAN als Gegengewicht

Ausgerechnet am selben Tag verkündete Nokia eine Partnerschaft mit Orange und Nvidia zur Entwicklung von AI-RAN-Technologie. Konkret geht es um GPU-basierte Radioprozessoren und die Integration KI-nativer Funktionen in Mobilfunknetze — eine Technologie, die beim Übergang zu 6G-Standards zentral werden dürfte. Nvidia hatte bereits zuvor eine Milliarde Dollar in Nokia investiert, um KI-getriebene Innovation in Mobilnetzen voranzutreiben.

Die Partnerschaft zeigt, wohin Nokia strategisch will. Ob sie die Bewertung rechtfertigt, ist eine andere Frage — und genau die stellen sich Santander und SEB.

Quartalszahlen als Richtungsentscheid

Am 23. April veröffentlicht Nokia seinen Quartalsbericht für Q1 2026. Im Mittelpunkt stehen die Margenentwicklung im Segment Network Infrastructure und erste Hinweise auf die Monetarisierung KI-optimierter Netzwerklösungen. Liefert das Management überzeugende Zahlen, könnten die Kursziele von Santander und SEB schnell als zu pessimistisch gelten. Enttäuscht Nokia, dürften die 6,85 Euro von Santander als realistisches Szenario mehr Aufmerksamkeit bekommen.

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