Nokia erschließt neben dem klassischen Telekommunikationsgeschäft verstärkt spezialisierte Sicherheits- und Verteidigungsmärkte. Am Mittwoch hat Nokia Defense eine Absichtserklärung mit dem britischen Spezialisten C3IA vereinbart, um die digitale Transformation militärischer Operationen im Vereinigten Königreich voranzutreiben.
Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, widerstandsfähige Kommunikationsnetze über mehrere Domänen hinweg aufzubauen, den sicheren Informationsaustausch zu gewährleisten und die Interoperabilität vernetzter Systeme zu verbessern.
Für den finnischen Netzwerkausrüster markiert der Vorstoß eine gezielte Erweiterung des Adressatenkreises. Angesichts weltweit steigender Ausgaben für Verteidigungsinfrastruktur gewinnen abhörsichere und robuste Übertragungswege an strategischer Bedeutung.
Fortschritte bei Funknetzen und Cloud-Integration
Parallel zum Vorstoß in den britischen Verteidigungssektor meldete Nokia am Mittwoch auch Fortschritte im zivilen Mobilfunkbereich: Die hauseigene Plattform für künstliche Intelligenz im Funkzugangsnetz, kurz AI-RAN, hat die Evaluierungsphase verlassen. Die Technologie ging in Labor- und Live-Feldversuche mit acht globalen Betreibern über, wobei Steigerungen der spektralen Effizienz von mehr als 20 Prozent erzielt wurden.
Flankiert wird dieser Ausbau durch strategische Software-Allianzen. Am vergangenen Donnerstag kündigte Nokia eine Zusammenarbeit mit Microsoft an, um die Automatisierung von Netzwerken zu beschleunigen. Durch die Verknüpfung der Nokia Data Suite mit Microsoft Fabric soll eine agentenbasierte, einheitliche Datenbasis geschaffen werden, die Betriebsdaten von Telekommunikationsnetzen schneller für datenintensive Analyseanwendungen verfügbar macht.
Ausbau der Netzkapazitäten und Schutz vor Cyber-Attacken
Auch im Bereich der Infrastrukturhardware und des Netzschutzes verzeichnet das finnische Unternehmen Implementierungserfolge bei internationalen Betreibern. So setzt das Telekommunikationsunternehmen Telxius auf optische 800G-Module von Nokia, um die globale Netzkapazität und Effizienz der Übertragungsstrecken zu erhöhen.
Gleichzeitig sicherte sich der spanische Internet-Knotenpunkt ESpanix Technologie des Konzerns. Dort kommt die Sicherheitssoftware Nokia Deepfield Defender zum Einsatz, um den spanischen Internetverkehr vor verteilten Überlastungsangriffen, sogenannten DDoS-Attacken, zu schützen.
An den Finanzmärkten spiegelt sich die technologische Neuausrichtung in einer deutlichen Erholung wider. Die Nokia-Aktie ging am Freitag mit einem Schlusskurs von 9,35 Euro aus dem Handel. Das entspricht einem Kursgewinn von 67 Prozent seit Jahresanfang.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,97 Euro notiert das Papier allerdings noch 38 Prozent entfernt. Der Fokus des Managements richtet sich nun darauf, die jüngsten Technologie- und Verteidigungspartnerschaften in nachhaltige Auftragseingänge zu überführen.
Nokia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nokia-Analyse vom 20. September liefert die Antwort:
Die neusten Nokia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nokia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
