Nokia zahlt diese Woche eine Dividende aus — mitten in einer der schärfsten Korrekturen der jüngeren Firmengeschichte. Die Aktie hat innerhalb von 30 Tagen rund 30 Prozent verloren. Das wirft die Frage auf, ob die Ausschüttung noch Substanz signalisiert oder nur ein Pflichttermin in einem angeschlagenen Kursbild ist.
Die Ausschüttung im Detail
Der Vorstand beschloss am 23. Juli 2026 eine Dividende von 0,04 Euro je Aktie. Stichtag ist der 28. Juli 2026, die Auszahlung erfolgt am 6. August 2026. Die Zahlung stützt sich auf eine Ermächtigung der Hauptversammlung, die dem Vorstand erlaubt, für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt maximal 0,14 Euro je Aktie in vier Tranchen auszuschütten. Nach dieser Rate bleibt noch eine Restermächtigung von maximal 0,06 Euro je Aktie.
Kurs nahe am langfristigen Durchschnitt
Der jüngste Rückgang bringt Nokia in eine technisch interessante Position. Der aktuelle Kurs von 7,93 Euro liegt praktisch exakt auf dem 200-Tage-Durchschnitt. Für Chartanalysten gilt diese Marke oft als Test, ob ein längerfristiger Aufwärtstrend hält oder kippt.
Der 14-Tage-RSI notiert bei 33,3. Das deutet auf eine überverkaufte Aktie hin — ein Signal, das nach der heftigen Korrektur der vergangenen Wochen nicht überrascht.
Analysten bleiben gespalten
Nach den Quartalszahlen ist die Wall Street uneins. Die Bank of America hob ihr Kursziel auf 18,50 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Deutsche Bank senkte ihr Ziel von 13,50 auf 11,50 Euro, hält aber ebenfalls an „Buy“ fest. Barclays bleibt bei „Sell“, Goldman Sachs bei „Hold“.
Diese Uneinigkeit spiegelt die widersprüchlichen Signale in den Geschäftszahlen wider. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im zweiten Quartal auf 0,07 Euro, nach 0,04 Euro im Vorjahr — und übertraf damit die Erwartung von 0,05 Euro deutlich. Der Nettoumsatz kletterte auf 4,82 Milliarden Euro von zuvor 4,44 Milliarden Euro.
Besonders auffällig: Der Auftragseingang im Bereich KI und Cloud erreichte 2,8 Milliarden Euro. Die Umsätze in diesem Segment haben sich damit mehr als verdoppelt. Für das dritte Quartal erwartet Nokia beim Umsatz ein Plus von 3 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Beim Gewinn rechnet der Konzern jedoch mit Stagnation — Software-Umsätze verschieben sich zeitlich, ein stärkerer Schub wird erst für das vierte Quartal erwartet.
Was diese Woche zählt
Feste Termine sind rar. Die Dividendenzahlung am 6. August bleibt der einzige fixe Punkt im Kalender dieser Woche. Ob sich der Kurs an der 200-Tage-Linie stabilisiert oder die Talfahrt fortsetzt, dürfte vor allem von der allgemeinen Stimmung rund um KI-Infrastruktur abhängen — jenem Faktor, der die Nokia-Aktie in den vergangenen Wochen bereits in beide Richtungen bewegt hat.
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