Es ist eine Weile her. Genauer gesagt: 16 Jahre. Zuletzt stand die Nokia-Aktie im April 2010 so hoch wie jetzt, und damals hofften die Anleger noch darauf, der Mobiltelefon-Gigant könne noch irgendwie einen Fuß in dem sich rasant neu bildenden Smartphone-Markt bekommen. Heute ist Nokia ein anderes Unternehmen, und der Markt fängt wohl gerade erst an, das zu verstehen.
Plus 49% bei KI-Umsätzen
Vergangene Woche legte Nokia seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Der Kurs reagierte, und wie: Rund 10% Zuwachs seitdem, am Montag noch einmal gut 7% obendrauf. Was die Anleger so elektrisiert, ist vor allem eine Zahl: Die Umsätze mit KI- und Cloud-Kunden sprangen um 49%. Das ist kein organisches Rauschen, das ist ein Strukturbruch.
Nokia-Chef Justin Hotard legte auf dem Earnings Call nach. Die Erwartungen für die CapEx-Ausgaben der größten Hyperscaler hätten sich von rund 540 Milliarden Dollar auf über 700 Milliarden Dollar erhöht. Entsprechend hebt Nokia die Wachstumsprognose für den Bereich Optical und IP Networks auf 18% bis 20%, nach zuvor 10% bis 12%. Für das gesamte Segment Network Infrastructure erwartet das Unternehmen nun 12% bis 14% Wachstum statt der früheren 6% bis 8%.
Nokia Oyj Aktie Chart
Bank of America sagt Kaufen
Anfang des Monats hatte Bank of America die Nokia-Aktie von Neutral auf Buy hochgestuft. Die Begründung war dicht: Wachstum durch Hyperscaler im Bereich optischer Systeme, ein Schwenk hin zu 800G-Pluggables, Rechenzentrumsgeschäft rund um europäische Sovereign-Cloud-Projekte, Margenverbesserung im Mobilfunkbereich durch Portfoliobereinigung, und dazu noch ein möglicher Vorteil bei AI-RAN durch die Nvidia-Partnerschaft.
Jensen Huang hat Nokia auf dem Zettel
Die Partnerschaft mit Nvidia wurde letzten Monat bekannt. Nvidia-Chef Jensen Huang formulierte es so: Zusammen mit einer globalen Koalition aus Branchenführern baue Nvidia AI-RAN auf, um die Telekommunikationsnetze der Welt in eine allgegenwärtige KI-Infrastruktur zu verwandeln. Nokia ist Teil dieser Koalition.
Wer jetzt noch sagt, Nokia sei ein Relikt aus der Mobilfunk-Ära, hat 16 Jahre nicht aufgepasst. Damit aber erst gar kein Übermut aufkommt, korrigiert die Aktie am Dienstagvormittag an der XETRA mit 1,67 % bereits leicht nach unten.
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