Der chinesische Elektrofahrzeughersteller Nio hat in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres einen deutlichen Zuwachs bei den Auslieferungen erzielt. Insgesamt übergab das Unternehmen 300.301 Fahrzeuge an Kunden, was einer Steigerung von 49,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Absatzwachstum stützt sich dabei sowohl auf die Kernmarke als auch auf die Erweiterung des Modellangebots.
Mit diesem Zwischenergebnis setzt sich der positive Trend bei den Stückzahlen fort. Für das Unternehmen kommt es darauf an, die Skaleneffekte in der Fertigung zu nutzen, um die Produktionskosten je Einheit zu senken. Die anhaltende Nachfrage im Heimatmarkt bildet dabei das Fundament für die operative Entwicklung.
Im dritten Quartal beliefen sich die Auslieferungen auf 109.178 Fahrzeuge, ein Plus von 25,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nio erreichte damit die vom Management zuvor formulierte Zielspanne. Im September verzeichnete der Konzern zudem 37.408 Übergaben.
Nachfrage nach neuen Modellen und dichtes Ladenetz
Parallel zum Gesamtabsatz festigten einzelne Modellreihen ihre Marktposition. Das Modell ES9, dessen Auslieferung am 28. Mai begann, erreichte am 23. September die Schwelle von 30.000 Einheiten. Der Hersteller baut neben neuen Fahrzeugtypen weiterhin auf den strategischen Vorteil seiner Energieinfrastruktur.
Diese Infrastruktur verzeichnete zum Monatsauftakt eine Rekordauslastung. Am 1. Oktober führten die Marken NIO, ONVO und FIREFLY zusammen 183.469 Batteriewechsel durch. Der Ausbau der Wechselstationen gilt in der Branche als wesentliches Differenzierungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern, da er Ladezeiten verkürzt und die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen erhöht.
Vor rund zwei Wochen vereinbarte Nio mit der Zhejiang Geely Holding Group den Verkauf einer 30-prozentigen Beteiligung an NIO Power. Geely bringt im Gegenzug seine gesamte Beteiligung an Yiyi Power sowie 640 Millionen RMB in bar ein. Die Mehrheit und Kontrolle über NIO Power verbleiben mit 63,6 Prozent bei NIO China.
Druck auf den Aktienkurs hält an
Trotz der gestiegenen Auslieferungszahlen agieren Anleger an den Finanzmärkten weiterhin zurückhaltend. Die Nio-Aktie notiert bei 3,05 Euro und weist seit Beginn des Jahres einen Wertverlust von 35 Prozent auf.
Mit dieser Kursentwicklung bleibt der Titel in unmittelbarer Nähe des 52-Wochen-Tiefs von 2,96 Euro. Am Markt überwiegen derzeit die Sorgen über Margendruck und die Profitabilität im chinesischen Automobilsektor, weshalb selbst solide Absatzzahlen bislang keinen nachhaltigen Aufwärtsimpuls auslösen konnten.
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