Die Nio-Aktie erwischt mit einem Kursminus von fast fünf Prozent einen schlechten Start in die neue Handelswoche. Was steckt hinter dem Kursverlust des chinesischen Autobauers?
Schwacher April-Absatz
Auslöser des Kursverlustes der Nio-Aktie zum Wochenauftakt war die Enttäuschung der Börse über die Auslieferungszahlen im April. Obwohl Nio im letzten Monat knapp über 29.000 Fahrzeuge verkaufte – was einem soliden Plus von ca. 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht –, reagierten Anleger enttäuscht.
Im Vergleich zum Vormonat März, in dem Nio über 35.000 Autos absetzte, markiert dies einen deutlichen Rückgang von über 17 Prozent. Der Markt hatte nach dem starken März-Rekord gehofft, dass Nio die Marke von 30.000 Einheiten pro Monat dauerhaft stabilisieren kann. Konkurrenten wie Xiaomi und BYD konnten im gleichen Zeitraum in China teils aggressivere Zuwächse oder stabilere Zahlen vorlegen.
Im April-Bericht wurden erstmals detaillierte Zahlen zu den neuen Submarken veröffentlicht. Die Familienmarke ONVO lieferte ca. 5.300 Einheiten, die Kleinwagenmarke FIREFLY knapp 5.000 Einheiten.
Einige Analysten sehen darin ein Risiko der Kannibalisierung. Es besteht die Sorge, dass diese günstigeren Modelle die Verkäufe der margenstärken Premiummarke Nio bremsen könnten, anstatt nur Neukunden zu gewinnen.
Zu wenig Kapital für drei Marken?
Nachdem sich die Nio-Aktie zuletzt recht gut entwickelt hat, dürften viele Anleger die April-Absatzzahlen aus Gelegenheit für Gewinnmitnahmen genutzt haben. Nio befindet sich in einer schwierigen Phase. Die Expansion mit drei verschiedenen Marken ist kapitalintensiv und es ist nicht gesichert, ob der chinesische Autohersteller langfristig über die finanziellen Ressourcen verfügt, sich drei Marken leisten zu können.
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