Der chinesische Elektroautobauer Nio treibt den Ausbau seiner Energieinfrastruktur voran. Heute meldete das Unternehmen landesweit 9.602 betriebsbereite Lade- und Wechselstationen, darunter 4.178 Batteriewechselstationen. Zugleich bewältigte das herstellereigene Netz während der ersten Oktoberwoche einen massiven Ansturm von knapp 1,2 Millionen Batteriewechseln.
Damit stellt das Unternehmen die Praxistauglichkeit seines Wechselsystems unter extremen Bedingungen unter Beweis. Das Konzept gilt als zentrales Alleinstellungsmerkmal der Marke im hart umkämpften chinesischen Markt für Elektrofahrzeuge.
Hohe Auslastung während der Feiertagswoche
Vom 1. bis zum 7. Oktober zählte Nio exakt 1.192.221 Batteriewechsel an 4.168 Stationen. Das entspricht einem Anstieg der täglichen Nutzung um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Am 5. Oktober erreichte das Netz mit 183.664 Wechseln an einem einzigen Tag einen neuen Rekordwert.
Besonders stark beansprucht wurden die Stationen entlang der Fernstraßen. Nio betreibt an Autobahnen mittlerweile 1.073 Wechselstationen, die Routen zu mehr als 550 Städten anbinden. Mehr als 203.000 Fahrer absolvierten ihre Urlaubsreise ausschließlich mit getauschten Batterien, ohne ein herkömmliches Ladekabel zu nutzen.
Hohe Investitionen und neue Partnerschaften
Die dichte Infrastruktur erfordert allerdings enorme finanzielle Mittel. Bis Ende September flossen bereits mehr als 20 Milliarden Yuan in den Aufbau des Netzwerks. Zur Entlastung der eigenen Bilanz öffnet sich das Unternehmen für strategische Partner. So beteiligt sich Geely an NIO Power (vor rund zwei Wochen, seither +2,6 %). Nach Abschluss der Transaktion soll der Partner 30 Prozent an der Energiesparte halten.
Am heutigen Dienstag gingen unterdessen in Baoji zwei weitere Standorte ans Netz. Dazu gehört die Wechselstation mit der Nummer 4.178. Gleichzeitig schloss Nio vor Kurzem die Anbindung der 3.605 Kilometer langen Seidenstraßen-Route ab, die über 33 Stationen von Xi’an bis Horgos reicht.
Nachfrage nach Oberklasse-Modellen
Auf Produktebene stützen vor allem die größeren SUV-Modelle das Geschäft. Im September lieferte das Unternehmen 7.706 Einheiten des neuen ES9 aus, während das Schwestermodell ES8 auf 10.539 Verkäufe kam. Beide Baureihen dominieren derzeit die Auslieferungen der Kernmarke im oberen Preissegment ab 400.000 Yuan. Für die beiden Spitzenversionen des ES9 betrug die Wartezeit gestern weiterhin acht bis neun Wochen.
An der Börse sorgten die operativen Meilensteine zuletzt für verhaltene Reaktionen. Gestern fiel die Nio-Aktie um 2,8 Prozent auf einen Schlusskurs von 3,11 Euro. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursverluste der Papiere auf 34 Prozent.
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