Starke Nachfrage am Ladentisch, trübe Stimmung an der Börse— bei Nintendo klaffen operatives Geschäft und Aktienkurs derzeit auseinander. Während die neue Switch 2 in Japan Verkaufsrekorde bricht, kämpft der Konzern mit steigenden Komponentenkosten und einem schwachen Ausblick.
Hardware-Boom in Japan
Anfang Mai verkaufte Nintendo in Japan rund 214.000 Einheiten der Switch 2. Das entspricht fast einer Verfünffachung gegenüber der Vorwoche. Sony setzte im gleichen Zeitraum knapp 24.000 PlayStation-5-Konsolen ab, Microsofts Xbox landete im niedrigen dreistelligen Bereich.
Parallel dazu treibt das Software-Angebot die Nachfrage. „Tomodachi Life“ führte die lokalen Verkaufscharts mit fast 300.000 Einheiten an. Auch der wachsende digitale Vertrieb stützt das Geschäft. Im abgelaufenen Fiskaljahr kletterten die Download-Erlöse um 25 Prozent auf rund 408 Milliarden Yen. Digitale Verkäufe dominieren nun den Software-Umsatz. Das verbessert Nintendos Margenprofil spürbar.
Strategischer Puffer vor der Preiserhöhung
Ab September hebt Nintendo den Preis der Switch 2 in den USA auf 500 Dollar an. Um die aktuelle Kaufbereitschaft vorher noch maximal abzuschöpfen, schnürt der Konzern zeitlich befristete Bundles. Käufer können die Konsole mit Titeln wie „Mario Kart World“ kombinieren und dabei knapp 30 Dollar sparen.
Der Schritt kommt nicht ohne Grund. Für das laufende Geschäftsjahr 2027 rechnet das Management mit erheblichen Gegenwinden. Steigende Preise für Speicherchips und neue Zölle belasten die Bilanz voraussichtlich mit 100 Milliarden Yen. Entsprechend konservativ fällt die Prognose aus: Der operative Gewinn soll bei 370 Milliarden Yen landen.
Aktie sucht den Boden
An der Börse hinterlassen die gedämpften Erwartungen tiefe Spuren. Seit Jahresanfang hat das Papier rund 33 Prozent an Wert verloren. Am Freitag erholte sich der Kurs um vier Prozent auf 38,80 Euro. Dennoch notiert der Titel weiterhin in unmittelbarer Nähe seines jüngsten Jahrestiefs.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei knapp 21 und damit unter dem historischen Durchschnitt der Peer-Group. Die kommenden Monate definieren nun das Tempo für das zweite Konsolenjahr. Gelingt es Nintendo, die Hardware-Basis über die Sommer-Bundles weiter auszubauen, federt das den erwarteten Absatzknick im Herbst ab.
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