Die japanische Notenbank hat den Leitzins erneut angehoben — und der Nikkei 225 stieg trotzdem weiter. Kurz überquerte der Index heute erstmals in seiner Geschichte die Marke von 70.000 Punkten.
Historischer Moment, knappes Ergebnis
Den Schlusskurs konnte die Euphorie nicht vollständig retten. Mit einem Plus von 0,13 Prozent beendete der Nikkei 225 den Handelstag bei 69.404,50 Punkten — ein neuer Rekordstand, aber weit unter dem intraday erreichten Allzeithoch. Das Muster ist bekannt: Märkte kaufen die Erwartung, dann nehmen Anleger Gewinne mit.
Die Bank of Japan hob den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,00 Prozent an — das höchste Niveau seit 1995. Die Entscheidung fiel mit 7 zu 1 Stimmen und überraschte niemanden; Marktbeobachter hatten diesen Schritt eingepreist. Hinzu kommt eine weitere Straffung auf der Anleiheseite: Von Juli bis September will die Notenbank monatlich Staatsanleihen im Wert von rund 2,5 Billionen Yen zurückkaufen, rund 200 Milliarden Yen weniger als im zweiten Quartal. Das Volumen soll bis April 2027 schrittweise weiter sinken.
Geopolitik als Rückenwind
Den eigentlichen Schub lieferte nicht die Geldpolitik, sondern die Geopolitik. Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Kriegs hatte zu Wochenbeginn eine Rallye ausgelöst, deren Dynamik Tokio heute noch spürte. Die Ölpreise gaben nach, was exportorientierten japanischen Unternehmen tendenziell nützt.
Saxo-Markets-Stratege Charu Chanana bremste allerdings überschwängliche Erwartungen: Der einfache Teil der Rally sei vorbei. Nun müsse sich zeigen, ob der Waffenstillstand tatsächlich hält und sich die Versorgungsrouten durch die Straße von Hormus normalisieren.
Für den Nikkei 225 bedeutet das: Die 70.000-Punkte-Marke ist psychologisch geknackt, eine nachhaltige Konsolidierung über diesem Niveau steht noch aus. Der nächste geldpolitische Schritt der Bank of Japan — und die Stabilität der geopolitischen Lage — dürften bestimmen, ob der Index diesen Sprung dauerhaft vollzieht.
Nikkei 225-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nikkei 225-Analyse vom 16. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Nikkei 225-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nikkei 225-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
