Nach dem Allzeithoch vom Vortag tritt der Nikkei 225 heute einen Schritt zurück. Geopolitik und anstehende US-Inflationsdaten sorgen für Zurückhaltung — ein bekanntes Muster, das Märkten nach starken Rallys regelmäßig begegnet.
Neue US-Angriffe auf Iran belasten
Der Index gab am Donnerstag rund 0,2 bis 0,5 Prozent nach und notierte zuletzt bei etwa 64.700 bis 64.900 Punkten — nach dem Rekordhoch von 66.428 Punkten am Vortag. Auslöser der Abkühlung: frische US-Militärschläge gegen iranische Stellungen nahe der Straße von Hormus. Die Hoffnungen auf eine baldige Deeskalation im Nahen Osten schwanden damit schnell wieder.
Für die Märkte relevanter als die Geopolitik allein ist der Öl-Effekt. Brent-Rohöl kletterte nach den Angriffen auf rund 97 Dollar je Barrel — ein Niveau, das Inflationserwartungen nach oben treibt und Zinserhöhungsspekulationen neu entfacht. Japan als rohstoffarme, energieimportierende Volkswirtschaft reagiert auf solche Entwicklungen besonders sensibel.
PCE-Daten als nächstes Risiko
Halbleiter- und KI-Werte, die den Nikkei zuletzt stark angetrieben hatten, gerieten unter leichten Verkaufsdruck. Investoren reduzierten ihre Risikopositionierung vor der Veröffentlichung des US-PCE-Preisindex — dem bevorzugten Inflationsmaß der US-Notenbank Federal Reserve. Persistenter Inflationsdruck könnte die Fed zu einer weiteren Zinserhöhung 2026 zwingen, was Wachstumsaktien global belastet.
Hinzu kommt eine allgemeine Erschöpfung nach dem rasanten Kursanstieg der vergangenen Wochen. Der Nikkei hatte innerhalb kurzer Zeit historische Hochs erklommen, was viele Marktteilnehmer zunehmend nervös macht.
Ob die PCE-Daten die Konsolidierung verlängern oder ihr ein Ende setzen, entscheidet sich noch am heutigen Abend europäischer Zeit. Ein überraschend niedriger Wert könnte den Grundstein für eine Fortsetzung der Rally legen — vorausgesetzt, die Lage im Nahen Osten beruhigt sich wieder.
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