Zwölf Jahre. So weit muss man zurückgehen, um einen Kurs wie diesen zuletzt gesehen zu haben. Die Nike-Aktie schloss am Freitag auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2014, nach einem Minus von 3,1 Prozent an einem einzigen Tag. Und das war kein Zufallsrauschen, sondern das Ergebnis einer ganzen Reihe schlechter Nachrichten, die sich innerhalb weniger Stunden stapelten.
Schon wieder ein Innovationschef weg
Zunächst die Personalie, die eigentlich keine Überraschung mehr sein sollte, aber trotzdem schmerzt: Tony Bignell, erst im vergangenen Juni von CEO Elliott Hill zum Chief Innovation Officer ernannt, verlässt Nike. Offiziell, um „kreative und philanthropische Leidenschaften zu verfolgen“. Sein Nachfolger wird Andy Caine, bisher Vice President und Creative Director für Sportswear. Caine ist damit die vierte Person, die in weniger als drei Jahren diesen Posten übernimmt.
Das ist kein Zufall mehr. Das ist ein Muster.
Piper Sandler verliert die Geduld
Piper Sandler hat die Nike-Aktie am Freitag von Overweight auf Neutral herabgestuft und das Kursziel von 60 auf 50 Dollar gesenkt. Die Begründung trifft ins Mark: Die Analysten bemängeln, dass Hill seit seinem Amtsantritt im Oktober 2024 fast ausschließlich auf Nike-Veteranen mit rund 20 Jahren Betriebszugehörigkeit setzt. „Wir fragen uns, ob die korrekte Umsetzung des Turnarounds nicht mehr Außenperspektive erfordert“, so die Analysten.
Demnach sind nun weniger als die Hälfte aller Analysten, die Nike abdecken, noch bullish auf die Aktie. Der Durchschnitt der Kursziele liegt laut FactSet bei 61,63 Dollar, also noch deutlich über dem aktuellen Kurs. Aber die Richtung ist klar.
Nike Aktie Chart
Die Probleme sind real und vielfältig
Nike kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Konsumenten, die inflationsmüde sind. Zölle. Schwäche im Sportswear-Segment und in China. Lagerbestände voller Retro-Sneaker, die niemand mehr haben will. Piper Sandler fügt hinzu, dass das Sportswear-Segment schlicht „zu gesättigt“ sei, und Umfragedaten zeigen, dass selbst gut betuchte Teenager, die als Trendsetter gelten, seit 2019 weniger Sneaker kaufen.
Lichtblicke gibt es zwar, Nordamerika erholt sich leicht, und Laufschuhe laufen besser. Ob das reicht, um einen Konzern dieser Größe zu drehen, ist eine andere Frage.
Die Nike-Aktie hat seit Jahresbeginn 33 Prozent verloren. Der S&P 500 im gleichen Zeitraum: minus 0,4 Prozent. Vier Innovationschefs in drei Jahren. Das ist kein Turnaround. Das ist Kreisverkehr.
Nike-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nike-Analyse vom 28. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Nike-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nike-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
