Mit einem Kursverlust von fast fünf Prozent ist die Nike-Aktie am Dienstag das Schlusslicht im Dow Jones-Index und kommt ihrem 10-Jahrestief gefährlich nahe. Was steckt hinter der schlechten Performance des Sportartikelherstellers?
Die Probleme nicht im Griff
Nike scheint seine Kernprobleme immer noch nicht in den Griff zu bekommen. Für das laufende Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatzrückgang von zwei bis vier Prozent. Anleger realisieren zunehmend, dass die vom neuen CEO Elliott Hill eingeleitete strategische Trendwende deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als an der Wall Street erhofft.
Hauptproblem ist ausgerechnet der chinesische Markt. China war jahrelang der wichtigste Wachstumsmotor für den Sportartikelgiganten.
Genau dieser Motor stottert nun gewaltig. Der Umsatz im Reich der Mitte brach im Jahresvergleich um zehn Prozent ein. Besonders besorgniserregend für Investoren: Im digitalen Direktvertrieb in China betrug das Minus sogar 21 Prozent. Die schwächelnde chinesische Wirtschaft und eine zunehmende Vorliebe der dortigen Konsumenten für lokale Eigenmarken (wie Anta oder Li-Ning) setzen Nike extrem zu.
Nike leidet an zwei weiteren Fronten
Hinzu kommt, dass Nikes Profitabilität an zwei weiteren Fronten leidet. Höhere Einfuhrzölle auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt belasten die Bruttomarge erheblich.
Und angesichts hoher Lebenshaltungskosten weichen viele Kunden weltweit auf günstigere Alternativen aus oder kaufen Sportbekleidung vermehrt bei Billig-Onlinehändlern. Um die Lagerbestände abzuverkaufen, muss Nike vermehrt Rabatte gewähren, was die Gewinnspannen zusätzlich zusammenschrumpfen lässt.
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