Am 6. Oktober veröffentlichte S&P Global Market Intelligence eine Branchenanalyse zum Sportartikeleinzelhandel, die eine spürbare Zunahme der Skepsis gegenüber Nike belegt. Der Anteil der zur Leihe bereitgestellten Aktien an der gesamten Marktkapitalisierung stieg demnach binnen Jahresfrist von 0,97 % auf 6,97 %. Eine solche Bewegung signalisiert am Markt häufig ein wachsendes Interesse an Leerverkäufen.
Die Entwicklung reiht sich ein in eine Phase anhaltender Verunsicherung unter den Anlegern. Der Sportartikelhersteller kämpft mit veränderten Einkaufsgewohnheiten und einem zunehmend intensiven Verdrängungswettbewerb, was sich spürbar auf die Stimmung an den Handelsplätzen niederschlägt.
Medienberichten zufolge senkten die Analysten von Morgan Stanley am 2. Oktober ihr Kursziel für das Papier von 31 $ auf 27 $. Das Institut behielt seine Einstufung mit „Underweight“ unverändert bei und verwies auf den anhaltenden Gegenwind für das Unternehmen.
Schwache Nachfrage in China belastet das Geschäft
Die Ursachen für die Zurückhaltung der Investoren liegen in den operativen Herausforderungen des Konzerns. Wie vor rund zwei Wochen gemeldet wurde, sank der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 4 % auf 11,213 Milliarden $. Im wichtigen Markt Greater China gingen die Erlöse auf währungsbereinigter Basis sogar um 26 % zurück.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 stellt das Management einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das Unternehmen kündigte an, seine Strukturen grundlegend anzupassen. Geplant sind eine Aufteilung der Organisation in drei geografische Regionen, der Aufbau eines neuen Campus im indischen Bengaluru sowie eine Modernisierung der Lieferkette.
Sparprogramm Pace soll Milliarden bringen
Um die Kostenbasis an das veränderte Umfeld anzupassen, setzt der Konzern auf das Transformationsprogramm Pace. Dieses soll bis zum Geschäftsjahr 2031 kumulierte Einsparungen von rund 2,5 Milliarden $ bringen. Dem stehen jedoch Vorsteuerbelastungen von rund 1,0 Milliarden $ bis zum Geschäftsjahr 2031 sowie Abfindungsaufwendungen in Höhe von rund 0,3 Milliarden $ im Geschäftsjahr 2026 gegenüber.
Entscheidungen über den künftigen Abbau von Stellen sollen ab dem Kalenderjahr 2027 getroffen werden. Das Management teilte mit, dass die genaue Zahl der betroffenen Rollen und Standorte noch nicht feststeht.
Am Markt bleibt die Lage angespannt. Mit einem aktuellen Kurs von 30,97 € verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn ein Minus von 41 %.
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