Nike Aktie: China-Umsatz bricht um 17 Prozent ein

Nike-Aktie fällt nach Analyse der Bank of America. Einmalige Zollrückerstattung verdeckt operative Schwäche und Umsatzrückgang in China.

Auf einen Blick:
  • Kursverlust von fast drei Prozent
  • Einmalige Zollrückerstattung verzerrt Gewinn
  • Umsatzeinbruch in China um 17 Prozent
  • CEO Hill kämpft mit hohen Lagerbeständen

Nike steht zum Wochenauftakt unter erheblichem Druck. Der Kurs fällt am Montag um 2,86 Prozent auf 37,59 Euro. Eine neue Analyse der Bank of America belastet die Stimmung spürbar. Ein genauerer Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen entlarvt die vermeintliche Stärke des Sportartikelgiganten als statistische Illusion.

Einmaliger Geldregen verzerrt Profitabilität

Der Konzern meldete zuletzt einen Gewinn je Aktie von 0,72 US-Dollar. Fast drei Viertel dieser Summe stammen jedoch aus einer einmaligen Zollrückerstattung. Die US-Behörden zahlten Nike rund 986 Millionen Dollar zurück. Das US-Zollportal CAPE veranlasste diese Zahlung nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Verfassungswidrigkeit bestimmter Zölle.

Dieser Sondereffekt verzerrt die tatsächliche Ertragskraft massiv. Ohne die Erstattung wäre die Bruttomarge auf 40,2 Prozent gesunken. Offiziell wies der Konzern hingegen einen Wert von 49,2 Prozent aus. Die operative Marge steht damit unter deutlich stärkerem Druck, als die Schlagzeilen zunächst vermuten ließen.

Schwäche im Kernmarkt China

Das operative Geschäft liefert indes wenig Grund für Zuversicht. Der Umsatz sank im vierten Quartal währungsbereinigt um vier Prozent auf 11,0 Milliarden Dollar. Besonders schmerzhaft trifft Nike der Einbruch in China. In der einstigen Wachstumsregion brachen die Erlöse um 17 Prozent ein.

Das Direktkundengeschäft schwächelt parallel dazu massiv. Der Bereich Nike Direct verzeichnete ein Minus von neun Prozent. Das Wholesale-Segment konnte diesen Rückgang mit einem minimalen Plus von einem Prozent nicht kompensieren. Die Strategie, verstärkt auf eigene Verkaufskanäle zu setzen, greift aktuell nicht.

Sanierung dauert länger als erhofft

CEO Elliott Hill kämpft mit hohen Lagerbeständen und einer schwierigen Marktlage. Der Umbau unter dem Motto „Win Now“ verläuft mühsamer als geplant. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 prognostiziert das Management weitere Rückgänge. Die Erlöse sollen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich fallen.

Analysten reagieren prompt mit deutlichen Kurszielsenkungen. Die Bank of America strich ihr Ziel von 55 auf 47 US-Dollar zusammen. Die Experten von Stifel und Piper Sandler sehen den fairen Wert sogar nur bei 45 Dollar. Deutlich optimistischer bleiben Jefferies mit 75 Dollar und Bernstein mit 72 Dollar.

Die Aktie notiert aktuell rund 30 Prozent unter dem Wert vom Jahresanfang. Mit 37,59 Euro nähert sich der Kurs dem 52-Wochen-Tief von 34,43 Euro an. Der massive Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 48,84 Euro unterstreicht die technische Schwäche des Titels.

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