Nike gerät wegen seiner Diversitätspolitik unter behördlichen Druck. Die US-Gleichstellungsbehörde EEOC verklagt den Sportartikelhersteller – und wirft dem Konzern vor, weiße Mitarbeiter benachteiligt zu haben. Parallel läuft das Umbauprogramm weiter: Hunderte Jobs fallen weg, die nächsten Quartalszahlen stehen bevor.
Gerichtsverfahren wegen Diversitätsprogrammen
Am 5. Februar 2026 reichte die EEOC Klage vor einem Bundesgericht in Missouri ein. Ziel: Nike soll Informationen zu angeblicher Diskriminierung weißer Angestellter offenlegen. Die Behörde fordert unter anderem Details zu Entlassungskriterien, zur Verwendung ethnischer Daten und zu Programmen, die Mentoring- oder Führungschancen nach Hautfarbe beschränkt haben sollen.
Nike ist damit eines der prominentesten Unternehmen, gegen das die EEOC öffentlich eine Anti-Diversitäts-Untersuchung führt. 2022 hatte der Konzern ein Programm aufgelegt, das Führungspositionen diverser besetzen sollte: 30% Frauenanteil in Führungsrollen, 30% ethnische Minderheiten auf Director-Ebene und darüber, 35% Minderheitenanteil in der US-Belegschaft. Teile der Managervergütung wurden an diese Ziele gekoppelt.
Stellenabbau in den Vertriebszentren
Die Ermittlungen treffen Nike inmitten einer umfassenden Umstrukturierung. Am 26. Januar 2026 kündigte das Unternehmen an, 775 Stellen in US-Distributionszentren zu streichen – vor allem in Tennessee und Mississippi, wo die größten Lagerhäuser stehen. Der Grund: verstärkte Automatisierung.
Bereits im Sommer 2025 hatte Nike rund 1.000 Arbeitsplätze in der Verwaltung abgebaut. Die Maßnahmen sind Teil einer Sanierungsstrategie, mit der der Konzern seine Kostenstruktur verbessern will.
Wichtige Eckdaten:
- 5. Februar 2026: EEOC-Klage in Missouri eingereicht
- 26. Januar 2026: 775 Logistikjobs gestrichen
- Nächste Quartalszahlen: 18./19. März 2026 (Q3 FY2026)
- Marktkapitalisierung: rund 90 Milliarden US-Dollar
- Dividendenrendite: ca. 2,6–2,7%
Neue Regionalchefs ernannt
Am 20. Januar 2026 gab Nike personelle Veränderungen in der Regionalführung bekannt. Betroffen waren unter anderem die Zuständigkeiten für Europa, Nahost und Afrika. Die Umbesetzungen sind Teil der laufenden Neuaufstellung.
Aktie steigt trotz Ermittlungen
Trotz der EEOC-Klage legte die Nike-Aktie am 5. Februar zu und profitierte von der allgemein positiven Marktstimmung. Allerdings notiert das Papier weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Die letzten Quartalszahlen (Q2 FY2026) vom 18. Dezember 2025 fielen besser aus als erwartet: Der Gewinn je Aktie lag bei 0,53 US-Dollar und übertraf die Analystenschätzung von 0,37 US-Dollar.
Ausblick: Quartalszahlen Mitte März
Am 18. oder 19. März 2026 legt Nike die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal vor. Anleger dürften vor allem darauf achten, ob die Umbaustrategie erste Früchte trägt – und wie sich die Kosten durch Automatisierung und Stellenabbau entwickeln. Ob die EEOC-Untersuchung zu diesem Zeitpunkt bereits finanzielle oder rechtliche Konsequenzen hat, bleibt abzuwarten.
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