Bei den Fusionsplänen zwischen NextEra Energy und Dominion Energy bleibt der Zeitplan der Behörden maßgeblich. In Virginia ließen die Gesetzgeber die Frist für die Einberufung einer Sondersitzung verstreichen, mit der die Prüfungsfrist der State Corporation Commission hätte verlängert werden können. Damit verbleibt das regulatorische Verfahren im regulären Rahmen der Kommission, während der politische Druck anhält. An der Börse beendete die Aktie den Handel am Freitag bei 68,23 Euro mit einem leichten Zuwachs von 0,5 Prozent.
Regulierer am Zug bei Fusionsplänen
Nachdem die Aktionäre der geplanten Kombination aus NextEra und Dominion vor gut drei Wochen zugestimmt hatten, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die behördlichen Freigaben.
Medienberichten zufolge forderten demokratische Abgeordnete die Aufsichtsbehörden auf, das Vorhaben eingehend zu durchleuchten oder zu untersagen, falls der Zusammenschluss die Marktkonzentration verstärken oder zu höheren Kosten für die Verbraucher führen sollte. Da das Parlament in Virginia keine Sondersitzung einberief, liegt die Fortführung der Prüfung nun weiterhin bei der State Corporation Commission.
Parallel dazu treibt das Unternehmen Großprojekte voran. Für das geplante Projekt Star im texanischen Encinal wurde NextEra Energy Resources gemeinsam mit Related Companies und der Lewis Energy Group vom US-Handelsministerium sowie der Republik Korea ausgewählt.
Der geplante Infrastrukturcampus umfasst ein Investitionsvolumen von über 22 Milliarden $ und soll eine Erzeugungskapazität von 6,47 Gigawatt bereitstellen. Diese Leistung ist für die Versorgung eines angrenzenden Rechenzentrumskomplexes mit 5 Gigawatt Kapazität vorgesehen.
Juristisches Nachspiel und skeptische Analysten
Neben den Investitionsvorhaben beschäftigen juristische Auseinandersetzungen das Unternehmen. Ein Richter im Osage County stellte in einem Teilurteil fest, dass NextEra Energy Marketing während des Wintersturms Uri gegen das Preiskontrollgesetz und das Verbraucherschutzgesetz des Bundesstaates Oklahoma verstoßen hat.
Dem Urteil zufolge wurden damals überhöhte Erdgaspreise verlangt. Die Entscheidung über finanzielle Entschädigungen und Rechtsmittel bleibt dem anstehenden Hauptverfahren überlassen.
An der Wall Street stößt die Aktie auf verhaltene Resonanz. Analystin Angie Storozynski von Seaport Research hob am vergangenen Freitag das Kursziel für NextEra Energy zwar von 55 auf 56 $ an, behielt ihre Einstufung mit „Sell“ jedoch bei. Im Marktgeschehen notiert der Titel derzeit rund 3,5 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
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