NextEra Energy Aktie: C-10 fordert Seabrook-Prüfung

Symbolbild, KI-generiert

Sicherheitsforderungen, verlängerte Speicherstillstände und die Prüfung des Dominion-Zusammenschlusses prägen NextEras regulatorische Lage.

Auf einen Blick:
  • C-10 verlangt unabhängige Seabrook-Prüfungen
  • Suffolk County verlängert Speicher-Zwangspause
  • Novec 1230 muss vollständig entfernt werden
  • Virginia prüft geplante Dominion-Fusion

Beim US-Energiekonzern NextEra Energy geraten mehrere Anlagen und Vorhaben ins Visier von Regulierern und Kommunen. Neben neuen Sicherheitsbedenken bezüglich des Atomkraftwerks Seabrook belasten verlängerte Stilllegungen von Batteriespeichern sowie ein detailliertes Fusionsprüfverfahren das regulatorische Umfeld des Unternehmens. An der Börse notierte das Papier am Freitag bei einem Schlusskurs von 69,07 Euro.

Sicherheitsdebatte um Atomkraftwerk Seabrook

Im Bundesstaat New Hampshire sorgt der Zustand des Kernkraftwerks Seabrook für Auseinandersetzungen. Die Bürgerorganisation C-10 forderte die fünf Kommissare der US-Atomaufsicht NRC am Donnerstag in einem Schreiben zu unabhängigen Prüfungen der Anlage auf. Im Zentrum der Kritik stehen Betonschäden durch eine sogenannte Alkali-Kieselsäure-Reaktion (ASR) an sicherheitsrelevanten Bauwerken.

Laut der Organisation schreitet die Zersetzung des Betons schneller voran als vom Konzern vor einem Jahrzehnt prognostiziert. C-10 warnt davor, dass rechnerische Sicherheitsgrenzen der Betriebsgenehmigung bereits im Jahr 2034 überschritten werden könnten, wenngleich die Lizenz für den Reaktor bis 2050 läuft. Kritisiert werden zudem Kontrollmethoden und als unzureichend erachtete Testkörper.

NextEra wies die Darstellungen zurück. Das Unternehmen betont, dass das von der NRC freigegebene Überwachungsprogramm den sicheren Betrieb der Anlage bis zum regulären Laufzeitende im Jahr 2050 und darüber hinaus gewährleiste. Bereits ein behördliches Verfahren im Jahr 2019 hatte dem Energieversorger sechs zusätzliche Auflagen zur strukturellen Überwachung der Schäden eingebracht.

Stillstand bei Batteriespeichern auf Long Island

Zusätzlicher lokaler Gegenwind formiert sich im Bundesstaat New York. Der Verwaltungschef des Suffolk County, Ed Romaine, verlängerte gestern die Zwangspause für zwei große Speicheranlagen in East Hampton. Die Batteriespeicher Cove Hollow Road und Fort Pond, die NextEra gemeinsam mit National Grid betreibt, müssen demnach so lange abgeschaltet bleiben, bis das dort genutzte Löschmittel Novec 1230 vollständig entfernt worden ist.

Hintergrund ist ein Brand in der Anlage Cove Hollow im Mai 2023. Die Umweltbehörde des Bundesstaates vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Brandschutzeinsatz und chemischen Rückständen im örtlichen Trinkwasser. Während des 30-stündigen Löscherfolgs sollen Schätzungen zufolge mehr als 2,2 Millionen Gallonen Wasser abgeflossen sein.

Zwei Förderbrunnen der regionalen Wasserbehörde wurden stillgelegt, woraufhin die Behörde im Juni Klage gegen die Betreiber einreichte. Auch die Gemeinde East Hampton beschloss juristische Schritte gegen das Projekt.

Fusionsprüfung bindet Kapazitäten

Parallel dazu beansprucht die geplante, 67 Milliarden US-Dollar schwere Fusion mit Dominion Energy die Führungsebene. Bei einer Umsetzung würde ein Versorgerverbund für rund zehn Millionen Kunden in Florida, Virginia und den Carolinas entstehen.

Die zuständige Aufsichtsbehörde State Corporation Commission in Virginia prüft den Zusammenschluss intensiv und verlangte Einsicht in Unterlagen über politische Aktivitäten von NextEras Tochtergesellschaft Florida Power & Light.

Das Papier von NextEra weist mit einem Abstand von minus 17 Prozent zum 52-Wochen-Hoch die Spuren der jüngsten Zurückhaltung an den Märkten auf. Bei einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 143,57 Milliarden Euro muss der US-Konzern nun nachweisen, dass die operativen und rechtlichen Hürden an den bestehenden Standorten den Expansionskurs nicht dauerhaft ausbremsen.

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