Der Goldminensektor erlebte zum Ende der vergangenen Handelswoche einen deutlichen Rücksetzer, der auch die Papiere von Newmont Mining belastete. Nachdem der US-Notenbankvorsitzende Kevin Warsh am Freitag im Rahmen des Notenbanktreffens in Jackson Hole eine weiterhin restriktive Geldpolitik signalisierte, gerieten die Edelmetallpreise und die damit korrelierten Bergbauaktien unter Verkaufsdruck. Die Newmont-Aktie verzeichnete am Freitag einen Rückgang von 3,1 Prozent.
Zinssorgen belasten den Goldsektor
Der Hauptauslöser für die jüngste Kurskorrektur liegt in der Entwicklung am Rohstoffmarkt. Der Goldpreis fiel am Freitag auf rund 4.560 US-Dollar pro Unze, nachdem er zeitweise die Marke von 4.500 US-Dollar unterschritten hatte. Dies markierte den niedrigsten Stand seit etwa einer Woche.
Hintergrund sind Aussagen von Fed-Chef Warsh, wonach die Inflation bislang nicht in ausreichendem Maße nachlasse. Die politischen Entscheidungsträger müssten erst die Gewissheit erlangen, dass der Preisdruck nachhaltig sinke, bevor eine Lockerung der Geldpolitik in Betracht gezogen werden könne.
Unterstützt wurde diese hawkishe Haltung durch neue Konjunkturdaten. Die Kernrate der PCE-Inflation verharrte bei 3,3 Prozent, während die Gesamtinflation mit 3,7 Prozent leicht über den Erwartungen der Analysten lag.
In der Folge stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September laut dem CME FedWatch Tool auf fast 50 Prozent. Höhere Zinsen belasten Gold tendenziell, da das Edelmetall keine Rendite abwirft. Trotz des jüngsten Rücksetzers steht für die Newmont-Aktie im 30-Tage-Vergleich noch immer ein Kursplus von 38 Prozent zu Buche.
Strategische Portfolio-Anpassungen und juristischer Erfolg
Abseits der makroökonomischen Einflüsse konnte das Unternehmen zuletzt operative und rechtliche Fortschritte vermelden. Am 25. August wies ein Gericht die Klagen von Investoren ab, die Newmont im Zusammenhang mit Offenlegungspflichten bei der Übernahme von Newcrest Mining Fehlverhalten vorgeworfen hatten. Diese Entscheidung mindert die rechtlichen Unwägbarkeiten für den Konzern nach der Großakquisition.
Zudem treibt Newmont die Straffung seines Portfolios voran. Am 19. August gab das Unternehmen den Verkauf eines unerschlossenen Goldprojekts an die kanadische StrikePoint Gold bekannt. Der Deal umfasst eine Sofortzahlung von 70 Millionen US-Dollar sowie weitere 50 Millionen US-Dollar, die an künftige Meilensteine gebunden sind.
Bereits am 13. August wurde zudem eine weitreichende Vereinbarung mit Barrick Mining Corp. getroffen. Newmont zahlt 1,95 Milliarden US-Dollar in bar, um das gemeinsame Joint Venture Nevada Gold Mines zu optimieren und bestehende Streitigkeiten beizulegen.
Im Gegenzug werden verschiedene Vermögenswerte wie Mike/Fiberline in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht, während Barrick das Projekt Fourmile beisteuert.
Analysteneinschätzungen und kommende Termine
Analysten bewerten die Aussichten des Goldproduzenten trotz der aktuellen Volatilität mehrheitlich positiv. Die Experten der CIBC hoben am 16. August ihr Kursziel für Newmont von 168 auf 170 US-Dollar an und bestätigten die Einstufung mit „Outperformer“.
Nur einen Tag später, am 17. August, erhöhte Scotiabank das Ziel von 147 auf 149 US-Dollar bei einer unveränderten Bewertung von „Outperform“. Die Banken verweisen dabei unter anderem auf die starke operative Leistung im zweiten Quartal, in dem Newmont einen freien Cashflow von 2,2 Milliarden US-Dollar generierte.
Für Anleger stehen nun kurzfristig Dividendentermine im Fokus. Das Board of Directors hat für das zweite Quartal eine Ausschüttung von 0,26 US-Dollar pro Aktie beschlossen. Um dividendenberechtigt zu sein, müssen Aktionäre die Papiere zum Stichtag am 3. September halten. Die Auszahlung ist für den 28. September geplant.
Aktuell notiert der Wert mit 109,98 € etwa 5,1 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 115,88 €, das Anfang März erreicht wurde. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 22. Oktober erwartet, wenn der Konzern seinen nächsten Quartalsbericht vorlegt.
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